Wegen Einsturzgefahr geschlossen

Thermalbad: Gemeinde Bad Emstal hofft bei Sanierung auf Hilfe vom Land

Aufwendige Konstruktion: Rund 3000 Quadratmeter Fläche haben das Dach von Thermalbad (linker Bereich), Quellenhof (Mitte) und der Kur- und Festsaal (rechts). Das Dach gilt als einsturzgefährdet. Foto:  Norbert Müller

Bad Emstal. In Bad Emstal stellt man sich darauf ein, dass sowohl das Thermalbad als auch der Kur- und Festsaal für einen langen Zeitraum nicht mehr genutzt werden können.

Bürgermeister Ralf Pfeiffer (parteilos) wollte letztlich auch nicht ausschließen, dass es zu einer dauerhaften Schließung des Gebäudekomplexes kommen könnte.

Wie berichtet, hatten von der Gemeinde beauftragte Statiker festgestellt, dass die Standsicherheit der Dachkonstruktion nicht mehr gegeben ist, die Gefahr besteht, dass beispielsweise bei Schneelast die Holzkonstruktion nachgeben und einbrechen könnte. Daraufhin entschloss sich der Gemeindevorstand bei einer Sondersitzung am Freitag zu einer sofortigen Sperrung des Gebäudekomplexes.

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Laut Bürgermeister Pfeiffer waren die Schäden an der Dachkonstruktion eher durch Zufall entdeckt worden. Im Bereich der medizinischen Abteilung wollte die Gemeinde rund 500.000 Euro in eine Erneuerung des Dachs und der Belüftungsanlage investieren. Dazu habe es eine „vertiefende Bauuntersuchung“ gegeben, die man auf den Rest des Daches ausgedehnt habe. Das Ergebnis, das Pfeiffer als „satte Überraschung“ bezeichnete, sei dem Gemeindevorstand am Freitag präsentiert worden. Man habe dann umgehend die Schließung veranlasst.

In den nächsten Tagen sollen sich Baugutachter und Statiker eingehender mit der Bausubstanz beschäftigen und ergründen, wie gravierend die Schäden sind. Schon jetzt rechnet Pfeiffer mit einem „zweistelligen Millionenbetrag“, den die Schutzschirm-Gemeinde allein nicht schultern könne. Man hoffe auf die Unterstützung des Landes oder aber auf das Engagement eines privaten Investors.

Dass Bad Emstal seinen Bad-Titel einbüßen könnte, erwartet der Bürgermeister nicht. Die Anerkennung als Heilbad sei erst kürzlich für zehn Jahre verlängert worden. Und „Bad Emstal“ sei inzwischen ein Eigennamen. 

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