Möglichkeit zur Kostensenkung?

Therme Sand: BBE will öffentlichen Betrieb einstellen

Bad Emstal. Schnellstmöglich soll der öffentliche Badebetrieb in der Therme in Sand eingestellt werden. Das fordert die Bürgerliste Bad Emstal (BBE) und hat einen entsprechenden Antrag für die nächste Gemeindevertretersitzung am Donnerstag, 13. Oktober, ab 19.30 Uhr im Kursaal eingereicht.

Roger Mannsfeld

Um die Gemeinde in den kommenden Jahren weiter attraktiv halten zu können, müsse der Badebetrieb für die Öffentlichkeit beschnitten werden, sagte Fraktionsvorsitzender Roger Mannsfeld. „Nur durch die Einstellung des öffentlichen Badebetriebs werden wir die Grundsteuererhöhungen in einem moderaten Rahmen halten können“, so der BBE-Fraktionschef.

Das Bad werde seit Jahren defizitär betrieben, wichtige Instandhaltungsmaßnahmen an der Infrastruktur der Einrichtung seien nicht umgesetzt worden. Der Investitionsstau belaufe sich auf derzeit etwa zehn Millionen Euro.

Mehrere Gutachten erstellt

In der Vergangenheit seien mehrere, teure Gutachten erstellt worden, ohne dass diese Berücksichtigung in den politischen Gremien gefunden hätten. Ein Gutachten, so Mannsfeld, beschreibe den Umbau der Therme zu einem Erlebnisbad. Die Gutachter seien hierfür von einem Investitionsbedarf in Höhe von fünf Millionen Euro ausgegangen. „Durch Preisanstiege und eine weitere Substanzverschlechterung des Bades liegt man nun weit über den fünf Millionen Euro“. Jedoch gehe der Umbau zu einem Erlebnisbad nicht konform mit einem Wassergutachten des Freseniusinstituts. In dem Papier werde dem Mineralthermalwasser eine hohe Wirksamkeit und Qualität bescheinigt und ein Aufenthalt von maximal 30 Minuten im Wasser empfohlen. Bei einem längerem Aufenthalt könne es zu Nebenwirkungen kommen, sagt Mannsfeld und stützt sich auf den Bericht.

Drei Prozent aus Bad Emstal

Nur drei Prozent der Menschen in Bad Emstal nutzten das Bad. Es sei nicht zu erwarten, dass durch einen Umbau die Besucherzahlen in dem Maß anstiegen, dass das Bad nicht mehr mit einem defizitären oder noch besser positiven Einnahmeergebnis abschließen würde.

Die BBE betonte, hinter dem Therapiebereich des Thermalbades zu stehen, welcher von der Arcadia-Praxisklinik betrieben wird. Dieser Teil müsse schnellstens renoviert werden, um das Therapieangebot aufrecht zu halten und durch den Pächter gegebenenfalls weiter auszubauen.

Durch die Verkleinerung der Wasserfläche ließen sich massiv Kosten im Betrieb und bei der Instandhaltung sparen. Denn das Innenbecken bräuchte nicht erneuert, auf die dazugehörende Betonsanierung um das Becken könne verzichtet werden und bei der Sanierung des Daches über dem jetzigen Becken fielen geringere Kosten an.

Rubriklistenbild: © Ulbrich

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