In den Anfangsjahren des Wolfhager Viehmarktes wurden lebende Tiere verlost

Die Kuh war Hauptgewinn

Heute zählt Schönheit und Leistungsstärke: In den Anfangsjahren des Wolfhager Viehmarktes wurden vorwiegend Tiere gehandelt. In der Lotterie gab es Kühe, Rinder und Fohlen zu gewinnen. Fotos: Archiv

Wolfhagen. Mit der Bratwurst fing alles an, damals am 15. Juli 1837 beim ersten Viehmarkt in Wolfhagen. Und heute, 179 Jahre später, wird sie in alter Tradition immer noch am Eröffnungsabend im Festzelt verteilt. Am Donnerstag, 14. Juli, beginnt in diesem Jahr um 17 Uhr das liebste Fest der Wolfhager auf dem Marktplatz in Wolfhagen. Am nächsten Tag werden wie in jedem Jahr zur Kreistierschau Pferde, Rindvieh, Schafe und Ziegen aufgetrieben.

Während heute die Prämierung der Schönsten und Besten im Vordergrund steht, war es im Jahr 1837 vor allem die Vermarktung der Tiere. Ein Fohlen kostete 40, eine Kuh 25 und ein Rind 19 Taler, der seinerzeit umgerechnet circa 1,50 Euro wert war.

Der Preis für ein Fohlen lag weit über dem einer Kuh, weil das Pferd als künftiges Zugtier von großer Bedeutung für die Betriebe war. Bereits 1880 wurden im städtischen Etat 300 Mark für die Prämierung eingesetzt. Damals zeichneten die Preisrichter drei Bullen, fünf Kühe und sieben Jungtiere aus.

Familientag verlängert

Während es in diesem Jahr als Hauptgewinn einen Seat Mii Style 1,0 zu gewinnen gibt, wurden in den ersten Viehmarktjahren Kuh, Rind und Fohlen ausgespielt. Erst 1864 kamen landwirtschaftliche Geräte als Gewinne dazu. Mit der Jahrhundertwende wurden landwirtschaftliche Geräte und später Maschinen ausgestellt und verkauft.

Auf dem Rummel sind es heute eher Mitnahmeartikel, die Händler an ihren Ständen anpreisen. Die Fahrgeschäfte werden in diesem Jahr für Familien noch interessanter sein. „Wir haben uns für dieses Jahr entschlossen, den Familientag zu verlängern“, sagt Marktleiter Andreas Schmidthuber. Statt wie bisher um 12 Uhr, erhalten Familien bereits von 10 bis 18 Uhr am 15. Juli verbilligte Preise für Karussells und Co.

Und die sind zahlreich. Schmidthuber konnte den größten sogenannten Hopser für den Festplatz auf der Liemecke gewinnen, den es in Deutschland gibt: Das Bayern-Karussell kann auch schunkeln. Über Kopf geht es in den Himmel mit dem „Flash“ und auch für die Jüngsten gibt es ausgefallene Fahrgeschäfte.

In diesem Jahr werden nach Auskunft von Schmidthuber am Samstag, 16. Juli, rund 40 Fußgruppen und Wagen unter dem Motto: „Feste dieser Welt“ in den Straßen der Stadt unterwegs sein. Kurzentschlossene können sich noch bis zum 8. Juli für eine Teilnahme im Rathaus beim Marktleiter anmelden.

Kontakt: andreas.schmidhuber@wolfhagen.de Fax: 05692 602 77 131 Hintergrund

Von Bea Ricken

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.