300 Lkw sollen täglich durch den Ort fahren

Laute Lastwagen nerven Anwohner in Breuna

Breuna. Zusätzlich zum ohnehin starken Verkehrsaufkommen in Breuna fahren viele Lkw durch den Ort, die von Volkmarsen aus auch in Richtung Welda-Warburg auf die A44 fahren könnten.

So jedenfalls lautete auch die Vereinbarung zwischen der Stadt Volkmarsen und Rudolph-Logistik, als der Bau der Logistikhalle in der Kugelsburgstadt realisiert wurde.

„Die Verträge sind auch genau so wie vermerkt abgeschlossen“, sagte der Volkmarser Bürgermeister Hartmut Linnekugel (parteilos). „Bei jeder Gelegenheit haben wir an die Anfragenden – sowohl Private als auch andere – in Breuna appelliert, uns die entsprechenden Kennzeichen mitzuteilen. Das ist bisher nicht ein einziges Mal geschehen“, so der Volkmarser Bürgermeister. Zirka 35 bis 40 Lkw-Fahrten in das Volkmarser Gewerbegebiet und zurück gebe es täglich.

Auch in Bad Arolsen sollte eine Ortsumgehung den Schwerlastverkehr aus den Orten raushalten.„Eine Prognose zur zeitlichen Perspektive für den Bau einer solchen Ortsumgehung bei Wetterburg wage ich an dieser Stelle nicht“, so der Bad Arolser Bürgermeister Jürgen van der Horst auf Nachfrage der HNA.

Silke Jordan, die direkt an der Ortsdurchfahrt in Breuna wohnt, hatte um ein Gespräch mit Breunas Bürgermeister Klaus-Dieter Henkelmann (SPD) gebeten. Mittlerweile sei die Geräuschbelastung unerträglich geworden. „Ich glaube, die Autobahn schafft den Verkehr gar nicht mehr. Hier im Ort wird zudem sehr schnell gefahren“, sagte Jordan. Sie schätzt, dass täglich um die 300 Lkw durch Breuna fahren.

Bundestagsabgeordneter Thomas Viesehon (CDU), Mitglied des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur, sagte, dass der Bund alles getan habe, was möglich sei. Im Bundesverkehrswegeplan sei die Autobahnstrecke zwischen Breuna und Zierenberg beim Lärmschutz in der Priorität hochgestuft worden. Die andere betroffene Ortsdurchfahrt sei Landessache.

Im Zusammenhang mit dem Bau des Kassel-Flughafen und einer zu erwartenden höheren Verkehrsbelastung bot das Land Hessen der Gemeinde Breuna vor drei Jahren den Bau einer Ortsumgehung an. Die Ortsumgehung sollte vom Hiddeser Feld in Richtung Oberlistingen mit Anbindung an die B 7 gebaut werden. Breuna hätte den Bau vorfinanzieren sollen. Das wurde aber im Jahr 2013 nicht nur skeptisch gesehen – die Rede war damals von einer Baukostensumme zwischen fünf und zehn Millionen Euro – sondern auch von den Gemeindevertretern abgelehnt. Im Jahr 2013 hatte Breuna gerade erst einen soliden und ausgeglichenen Haushalt vorlegen können.

Weil Breuna ablehnte, habe Bad Arolsen den Zuschlag für die Ortsumgehung bekommen, wie Viesehon erklärte. „Wenn Breuna die Zu- oder Abfahrt zur Autobahn nicht hätte, dann hätten sich die großen Betriebe im Breunaer Gewerbegebiet sicher nicht angesiedelt“, ist Viesehon sicher.

Es seien auch nicht überwiegend die Lkw von Rudolph-Logistik, erklärte Viesehon, die durch Breuna führen. Es sei vor allem auch der Verkehr, der aus dem Ort selbst stamme. Es gebe von Seiten Rudolph-Logistik eine Zusage, Lkw-Fahrer auf die bevorzugte Strecke – nämlich der Autobahnabfahrt Warburg – hinzuweisen, doch zwingen könne man niemanden.

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