805 Kilometer und Blasen an den Füßen

Wettesinger Pfarrerin Monika Vöcking pilgert auf dem Jakobsweg

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Unterwegs auf dem Jakobsweg: Pfarrerin Monika Vöcking in der Meseta, das kastilische Hochland in Spanien. 

Wettesingen/León. Die Wettesinger Pfarrerin Monika Vöcking ist unterwegs auf dem Jakobsweg in Spanien. Am 29. August startete sie ihre Reise in St. Jean Pied de Port in Frankreich. Von dort aus will sie bis nach Santiago de Compostela wandern, 805 Kilometer. Einen großen Teil hat sie schon geschafft.

Nun liegen noch 280 Kilometer vor ihr. „Ja, es gab auch schon Blasen an den Füßen“, sagt Pfarrerin Vöcking am Telefon und lachte. Sie klingt gut, sehr ausgeglichen, fröhlich und irgendwie gesetzt. Es seien die kleinen Begebenheiten, die auf einmal großes Gewicht bekommen, berichtet sie.

Cruz de Ferro: Hier hat die Wettesinger Pfarrerin einen Stein der Gemeinde abgelegt.

Und sie hat ein wichtiges Etappenziel erreicht: Das Cruz de Ferro in der Provinz León. Das Cruz de Ferro ist ein kleines Eisenkreuz, das, auf einen Baumstamm montiert, in den Montes de León den mit 1500 Meter Höhe über dem Meeresspiegel höchsten Punkt des Jakobswegs Camino Francés am Monte Irago markiert. Dort wird sie den Stein ablegen, den ihr die Wettesinger Gemeinde mit auf den Weg gegeben hat.

„Der Tag ist ausgefüllt“, sagt Vöcking. Täglich wandert sie um die 30 Kilometer. Nur als sie eine Erkältung über eine ganze Woche plagte, seien es etwas weniger gewesen. Gelbe Pfeile weisen den Weg. Unterwegs isst sie Obst und Baguette. Hier und da kauft sie sich in spanischen Bars eine Kleinigkeit, zum Beispiel ein Sandwich. Nur drei Regentage gab es bisher. Aber auch Temperaturstürze zwischen hochsommerlichen 30 Grad und kühlen zehn Grad.

Jeden Abend Wäsche waschen

Schön sei es, dass sie immer wieder Menschen treffe, die sie auf Strecken vorher schon einmal getroffen habe. Auch, wenn so manches Gespräch mit „Händen und Füßen“ verlaufe, so sei es eine interessante Erfahrung, viele Menschen seien sehr hilfsbereit.

Wenn sie in einer Herberge ankommt, richtet sie sich ihr Bett her und wäscht ihre Wäsche. Denn nur das, was sie auf dem Rücken im Rucksack tragen kann, hat sie dabei. Gegen 19 Uhr wird gemeinsam das „Pilgeressen“ eingenommen. Ein Ritual in den Herbergen. „Der Tag ist klar strukturiert“, sagt Monika Vöcking. Auf die Frage, ob sie sich auch manchmal ängstigt oder alleine fühlt, antwortet sie: „Nein, gar nicht. Ich genieße es auch, alleine zu laufen und die Landschaft wahrzunehmen.“ Ihr bisheriges Fazit: „Es ist ein Erlebnis, und ich werde sicher vieles erst im Nachgang entdecken."

Monika Vöcking verbindet ihre Pilgerreise mit einem guten Zweck. Für den sanierten evangelischen Kindergarten in Wettesingen können Unterstützer für jeden Kilometer, den sie zu Fuß zurückgelegt hat, spenden - 3, 5 oder 10 Cent.

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