Einsparungen: Kirchspiel Zierenberg wurde aufgelöst

Änderungen rund um die Kirche: Das Kirchspiel Zierenberg wurde aufgelöst. Archivfoto:  nh

Zierenberg/Habichtswald. Seit 1. Januar gibt es das Kirchspiel Zierenberg nicht mehr, die halbe Pfarrstelle II wurde abgebaut. Pfarrer Markus Himmelmann, der bisher für Burghasungen zuständig war, ist zurück nach Kassel gegangen. Stattdessen kümmert sich nun der Ehlener Pfarrer Günter Schramm zusätzlich um Burghasungen.

Man wolle, sagt Zierenbergs Pfarrer Friedemann Rahn, weiter präsent sein.

Die drei Pfarrer Friedemann Rahn (Zierenberg), Josef Natrup (Dörnberg) und Günter Schramm (Ehlen) betreuen nun die Nachbarschaft Oberes Warmetal. Als Nachbarschaften bezeichnet der Kirchenkreis die Kooperationen, die es bereits seit Jahren gibt, und die nun noch stärker in den Fokus rücken.

Dass Stellen abgebaut werden müssen, war seit einigen Jahren klar. 2,25 Pfarrstellen mussten es im Kirchenkreis bis 2017 sein. Das Ziel ist bereits jetzt, mit der Streichung der zweiten Zierenberger Pfarrstelle, erfüllt. Man reagiert damit darauf, „dass wir weniger werden“, sagt Dekan Dr. Gernot Gerlach. Die Veränderungen seien notwenig, sagt Rahn. „Wir werden perspektivisch mit weniger Geld Kirche machen,“ sagt Gerlach.

An der Qualität soll sich allerdings nichts ändern. Daran arbeitet nicht zuletzt ein Entwicklungsausschuss, in dem alle vier Kirchengemeinden vertreten sind, und der durch einen Supervisor moderiert wird. So wurden beispielsweise bereits die Gottesdienstzeiten geändert. Burghasungen feiert nun sonntags ab 9.30 Uhr Gottesdienst, Zierenberg ab 11 Uhr. „Der Grund ist: Der Pfarrer aus Ehlen muss in der Lage sein können, in beiden Gemeinden Gottesdienste zu feiern“, sagt Dekan Gerlach.

Dass nicht jeder glücklich ist über die Änderungen, berichtet Pfarrer Friedemann Rahn. Vor allem ältere Kirchenmitglieder seien traurig, sagt er. Nicht jeder könne erkennen, dass die Veränderungen nötig seien. „Es gab verärgerte, aber auch verständnisvolle Reaktionen.“

Gegenseitige Unterstützung

Dass es mit drei Pfarrern personell eng werden könnte, glaubt Rahn nicht. Man habe darüber im Kollegenkreis gesprochen und entschieden, dass man sich unterstützen werde. „Alle sind positiv darauf ausgerichtet“, sagt Rahn über sich und seine beiden Kollegen. Er ist sicher: „Wir sind auf einem guten Weg.“

Trotz der Neuerungen im Kirchenkreis gelte auch weiterhin: „Wir sind für die Menschen da“, betont Gernot Gerlach.

Sinkende Mitgliederzahlen

Im Gebiet der Nachbarschaft Oberes Warmetal - dazu gehören die Kirchengemeinden Ehlen, Dörnberg, Zierenberg und Burghasungen - sinken die Mitgliederzahlen.

In Zierenberg gab es im Jahr 1999 noch 2780 Gemeindemitglieder, aktuell sind es 2405. In Ehlen lag die Zahl der Evangelen 1999 bei 1722, jetzt sind es 1530. Auch in Dörnberg gibt es weniger Kirchenmitglieder: 1659 waren es im Jahr 1999, derzeit sind es 1429. In Burghasungen sank die Zahl von 630 in 1999 auf aktuell 551.

Von Julia Renner

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