In ehemaliger Kaserne

Energy Glas will eigene Energieversorgung in Pommernanlage

Wolfhagen. Die Firma Energy Glas plant den nächsten Coup: Das europaweit tätige Unternehmen für Isolierglas will auf dem Areal der Pommeranlage ein Windrad sowie eine Fotovoltaikanlage errichten und sich damit komplett selbst mit Energie versorgen. Hintergrund sind hohe Energiekosten, alleine der Preis für Strom verursacht durch die steigende EEG-Umlage ab 2014 Mehrkosten in Höhe von 25.000 Euro.

Dies sei alles andere als „ein Pappenstiel“, sagt Geschäftsführer Hans Franke. Deshalb müsse man derartige Strategien entwickeln, um die Energiekosten in den nächsten Jahren in den Griff zu kriegen. Erst kürzlich expandierte das Unternehmen, zog in die Pommernanlage um baute dort eine Produktionshalle mit 5000 Quadratmetern Fläche.

Allein durch die Expansion entstehen dem Unternehmen laut Franke in 2014 Netto-Stromkosten in Höhe von 350.000 bis 400.000 Euro - trotz Umstellung auf modernste energieeffiziente Maschinentechnik. Man stehe zu seinen über 90 festen Mitarbeitern, eine Umstellung auf ein kostengünstigeres Beschäftigungsverhältnis als Leiharbeiter ist laut Geschäftsführer Hans Franke „kein Thema.“

Vielmehr wolle man mit der Vision der eigenen Energieversorgung seine Solidarität zur Region bekunden und dem Konzept des Partners Wolfhagen als Energiefiziente Stadt nachkommen.

Bei den Überlegungen zur strategischen Zukunft will man sowohl die Fotovoltaikanlage mit 600 Megawatt Nennleistung als auch das Windrad komplett selbst nutzen, eine Einspeisung und damit verbundene Förderung sei nicht geplant, sagt Franke. Derzeit liefen Gespräche mit dem Stromversorger Stadtwerke, der Politik und Stadt Wolfhagen, genauere Angaben zu Investitionskosten oder Größe des Windrades etwa könne man deshalb noch nicht machen, sagte Franke.

Hintergrund

Die 2007 gegründete Firma Energy Glas beschäftigt laut Geschäftsführer Hans Franke über 90 Mitarbeiter und hat in 2013 über 13 Millionen Euro Umsatz erzielt. Dieses Jahr sei laut Franke durch die Erweiterung und den Umzug in die Pommernanlage eine große Herausforderung gewesen, die man auch dank der Mitarbeiter „gut gemeistert“ hätte.

Für 2014 sei man vorsichtig optimistisch, das ehrgeizige Ziel laute aber 13 Prozent Umsatzsteigerung einhergehend mit weiteren Einstellungen.

Sollten sich die düsteren Prognosen der Strompreisentwicklung aber bewahrheiten, sei die Wirtschaftlichkeit einer Produktion in Wolfhagen gefährdet. (uli)

Von Nicolai Ulbrich

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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