Leipziger Quartett „Posaune Percussion“ mit Sinn für Humor in der Zierenberger Kirche

Entstaubte Kammermusik

Das Quartett „Percussion Posaune Leipzig“: (von links) Marton Palko (Soloposaune), Matthias Büttner (Alt- u. Tenorposaune), Wolfram Dix (Percussion), Joachim Gelsdorf (Bassposaune). Foto: Neubauer

Zierenberg. Wie kommt ein weißer Hai in den Alpensee und dann in die Zierenberger Stadtkirche? Ganz geklärt wurde diese Frage beim Konzert „Der weiße Hai im Alpensee und Johann Sebastian Bach“ mit dem Kammermusikensemble „Percussion Posaune“ aus Leipzig dennoch nicht. Vielleicht lag es am Komponisten Christoph Wundrak, der als Österreicher wohl von Alpenseen umgeben ist und dem Wunsch, den alten Bach etwas zu entstauben. Jedenfalls klang das Stück sehr jazzig bis funky.

Das Kulturforum Zierenberg hatte das Quartett, bestehend aus drei Posaunisten (Joachim Gelsdorf, Marton Palko, Matthias Büttner) und einem Percussionist (Wolfram Dix) eingeladen. Die hochkarätigen Musiker präsentierten musikalische Perlen von Bach bis Wundrak und damit Hörgenuss vom Feinsten.

Lustige Anekdoten

Gleich zu Beginn des Konzertes kam mit Paukenschlag die bekannte Fanfare aus Richard Strauss „Also sprach Zarathustra“, gefolgt von zwei Liebesmadrigalen aus England. Joachim Gelsdorf, der Leiter des Ensembles, führte durchs Programm und gab mit lustigen Anekdoten und leicht sächselndem Akzent dem Musikabend eine leichte Note. So bemühte er den Leipziger Philosophen Leibniz, um eine Monade zu erklären.

Virtuos am Instrument

Wolfram Dix dagegen brauchte nur eine Schlitztrommel, um es musikalisch eindrucksvoll darzustellen. Später zeigte er mit seiner eigenen Komposition „Mittsommer“, wie virtuos er unter anderem Bongos, Trommeln, Becken, Pauken und Schellen beherrschte. Vor der Pause wurde es noch mal klassisch mit der Habanera aus der Oper „Carmen“ von Georg Bizet, allerdings auf ungewohnte Weise.

Was anfangs mit dem Einsatz von vier Musikern begann, endete in einer Solovorstellung von Posaunist Matthias Büttner. Er spielte die Posaune mit und ohne Mundstück und sogar ohne Posaune. Zwischendrin gab er ein Intermezzo mit Ravels „Bolero“, um zum Schluss wieder bei Carmen zu landen. Sinn für Humor bewiesen die vier Musiker, als sie bei dem Stück „Mr. B. and We“ von Hans-Peter Breu erklärten, dass B. nicht für Bosaune stehe, sondern für Blech.

Ihr komödiantisches Talent stellte das Quartett ebenfalls in einigen Gags und Slapsticks unter Beweis. Auch so geht Kammermusik heute: aufgeschüttelt, entstaubt, unterhaltsam und auf hohem musikalischen Niveau dargeboten. Das Publikum war begeistert.

Von Ursula Neubauer

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