Sanierung der Weidelsburg: Letzter großer Bauabschnitt hat begonnen

Mit der Flex auf der Burg

Auf der Mauerkrone: Jochen Dittmar Rechts) vom Forstamt Wolfhagen und der leitende Bauingenieur Volker Debelius begutachten den Stand der Sanierungsarbeiter an der Weidelsburg. Foto:  Norbert Müller

Ippinghausen. An der Weidelsburg steht wieder ein Gerüst, deutliches Zeichen dafür, dass die Sanierung von Nordhessens größter Burgruine in die nächste Runde geht.

Die Flex ist derzeit das wichtigste Utensil auf der Burg. Die Handwerker weiten mit den Trennschleifern Risse in der Krone der wuchtigen Verbindungsmauer zwischen Ost- und Westturm. Diese drei Zentimeter breiten Fugen, die bis zur Bewehrung eingefräst werden, sollen in den kommenden Wochen mit einer Dichtmasse ausgegossen werden. Ziel ist, dass kein Wasser mehr in die 1,80 Meter breite und knapp 18 Meter lange Mauer eindringen kann und es im Winter bei Frost nicht zu Sprengschäden im Gemäuer kommt.

Dazu werden auch die Fugen erneuert, denn der bislang verbaute Zement „schließt uns das Wasser ein“, sagt Volker Debelius, leitender Bauingenieur, der seit dem Beginn der umfassenden Sanierung, die 2008 begann, die Arbeiten begleitet.

Für die Verfugung wird – wie schon zuvor bei der Sanierung der beiden großen Wohntürme – wieder die „Sondermischung Weidelsburg“ verwendet, ein grober Mörtel, über den Feuchtigkeit leichter nach außen abgegeben wird.

Arbeit endet in sechs Wochen

Ehe aber die Spalten zwischen den Basaltsteinen ausgefüllt werden, steht noch das Ausspritzen von Hohlräumen in der Mauer an. Fünf bis sechs Wochen, sagt Debelius, werde man für die Arbeiten noch benötigen, dann verschwindet das Gerüst wieder.

„Wir haben in diesem Jahr noch 100 000 Euro zur Verfügung.“

Jochen Dittmar

Die Mauersanierung und auch das Gerüst werden vom Hausherrn der Burg, Hessen-Forst, finanziert. „Wir haben in diesem Jahr noch 100 000 Euro zur Verfügung“, sagt Jochen Dittmar vom Wolfhager Forstamt. Mit dieser Summe aus dem Sanierungstopf soll „die Verkehrssicherheit der großen Mauer zwischen den Türmen und an anderen Bauteilen wieder hergestellt werden“. Aber selbst dann, so Dittmar, „ist immer noch nicht alles saniert“.

Die großen Bauabschnitte seien damit zwar abgeschlossen, man mache aber regelmäßig Baustellenbegänge auf der Burg, und alle Jahre wieder gebe es etwas zu tun. In den vergangenen gut fünf Jahren habe Hessen-Forst – die aktuellen Arbeiten eingerechnet – in Nordhessens größte Burgruine knapp 900 000 Euro gesteckt.

Jochen Dittmar: „Das Forstamt Wolfhagen ist sich als Vertreter des Eigentümers bewusst, was die Burg für die Region bedeutet, und wir werden auch weiterhin investieren, um die Verkehrssicherheit zu erhalten.“

Von Norbert Müller

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