Gemälde der Künstlerfamilie Halfar sind im Wolfhager Regionalmuseum zu sehen

Amüsierte Blicke: (von links) Wolfgang Halfar, Besucherin Hanne Newton aus Bad Emstal blicken auf ein Gemälde. Hinter ihnen steht Klaus Halfar. Foto: Sommerlade

Wolfhagen. Vier Künstler einer Familie aus drei Generationen in einer Ausstellung - das hat es im Wolfhager Regionalmuseum noch nie gegeben. Entsprechend groß war die Besucherresonanz bei der Vernissage zur Sonderausstellung „Halfar - Malerei aus drei Generationen".

Über hundert Gäste waren zur Ausstellungseröffnung in die Zehntscheune des Museums gekommen, um sich mit den über 40 Exponaten von Hildegard Halfar-Dammer, Wolfgang und Ingeborg Halfar sowie Klaus Halfar künstlerisch auseinanderzusetzen und ins Gespräch zu kommen.

Dank und Anerkennung

Schließlich, so betonte Laudator Lippold von Steimker, sei auch der Name Halfar aus Wolfhagen und der Umgebung kaum wegzudenken. Nicht zuletzt, weil Wolfgang Halfar gemeinsam mit seiner Ehefrau Ingeborg das Regionalmuseum Wolfhager Land in einem Zeitraum von 20 Jahren in seiner jetzigen Form aufgebaut hat. Dies würdigten auch die verschiedenen Gastredner des Abends. Vizelandrätin Susanne Selbert lobte das außergewöhnliche Engagement und befand: „Die Halfars wurden zu Recht mit vielen Auszeichnungen bedacht.“ Und Bürgermeister Reinhard Schaake betonte: „Das künstlerische Schaffen der Familie Halfar hat die Stadt Wolfhagen geprägt.“

Das sah auch Besucherin Hanne Newton so. Sie erlebte dazu noch eine Zusammenkunft der besonderen Art. „Ich freue mich riesig, mit Wolfgang Halfar meinen ehemaligen Lehrer wiederzusehen“, sagte die Frau aus Bad Emstal. Angetan zeigte sie sich sowohl von den Werken ihres Mentors als auch von den übrigen Exponaten.

Während bei den Arbeiten seiner Mutter Hildegard Halfar-Dammer, Jahrgang 1898, zumeist naturgetreue Darstellungen, wie beispielsweise zwei kämpfende Hirschkäfer, zu sehen sind, beschäftigt sich Ehefrau Ingeborg mit textiler Gestaltung. Den größten Teil der Ausstellung nehmen jedoch Werke von Klaus Halfar ein. Viel beachtet wurde die Trilogie, in der Halfar deutsche Tugenden persifliert.

In großformatigen Bildern und kräftigen Farben wirft der Künstler, der Grafik-Design studierte und sich seit 1979 der freien Kunst widmet, einen ebenso kritischen wie spöttischen Blick auf Sauberkeit, Ordnung und Gehorsam. Figuren werden dabei in einen Raum gestellt, in dem sie wie ein Fremdkörper wirken. Die blonde Frau im Sommerkleid und mit Staubsauger in der Hand wirkt am Strand ebenso deplatziert wie das Model, das auf Stöckelschuhen offensichtlich einen Berggipfel erklommen hat und einem Hund Gehorsam beizubringen versucht.

Mit der Ausstellung trafen die Organisatoren den Nerv des Publikums. Das bestätigte auch Hans-Werner Osterberg aus Wolfhagen. „Diese Ausstellung ist echt sehenswert. Drei Generationen, die mit so viel künstlerischer Begabung gesegnet sind, sieht man nicht alle Tage.“

Von Martina Sommerlade

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