5000 Euro Schaden

Baumhaus-Bauer fällten 200 Buchen: Hessen-Forst erstattet Anzeige

Da wurde eine Grenze überschritten: Revierleiter Arnd Kauffeld hat über Wochen den Baumhaus-Bau verfolgt. Nachdem von den Unbekannten über 200 Jungbuchen gefällt worden sind, hat er jetzt die Polizei eingeschaltet. Fotos: Schachtschneider

Kassel. Gut gemeint, ist nicht immer gut gemacht. Die Erbauer eines Baumhauses an einer Lichtung im Habichtswald haben in den vergangenen Wochen zahlreiche Jungbäume abgeholzt. 

Damit hat er einen Schaden von mindestens 5000 Euro angerichtet. Hessen-Forst hat deshalb diese Woche Anzeige bei der Polizei erstattet. Die Beamten des Polizeireviers Süd-West ermitteln wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung.

Als Unbekannte mit dem Bau des Baumhauses auf der Lichtung „Rehwiesen“ nahe der Gaststätte „Steinernes Schweinchen“ an der Konrad-Adenauer-Straße begonnen hätten, habe er sich nichts Böses dabei gedacht, sagt Förster Arnd Kauffeld. „Das war nicht so tragisch, alles im grünen Bereich. Ein kleiner Männertraum eben.“

Unbekannte umzäunten ihr Haus: Dafür wurden über 200 Jungbäume gefällt.

Doch jetzt hätten die Erbauer leider eine „Grenze überschritten“, sagt Kauffeld. In der vergangenen Woche entdeckte er, dass die Unbekannten etwa 200 Jungbäume abgeholzt hätten, um mit diesen einen Zaun um das Baumhaus zu errichten. Kauffeld berichtet, dass es sich dabei überwiegend um Jungbuchen mit einer Stammdicke von maximal zehn Zentimeter gehandelt habe, die nicht älter als zehn Jahre waren.

Man habe sich nach der Entdeckung bei Hessen-Forst beraten und sei zu dem Entschluss gekommen, nach diesem nicht unerheblichen Sachschaden die Polizei einzuschalten.

Die Beamten des Reviers Süd-West in Baunatal staunten nach Angaben von Polizeisprecher Matthias Mänz nicht schlecht, als sie am Montag auf der Lichtung ein etwa fünf Meter hohes Baumhaus entdeckten.

Förster Kauffeld berichtete den Polizisten, dass die Unbekannten bereits vergangenen Herbst mit dem Bau des Holzhauses an der Lichtung begonnen hatten.

Da sie zunächst nur alte Baumstämme und Äste verwendeten, habe man das Treiben seitens des Forstamts zunächst geduldet. In den vergangenen acht Wochen habe es dann allerdings beachtliche Fortschritte beim Bau des Baumhauses gegeben.

Baumhaus-Bauer fällten 200 Buchen

Da er die Erbauer nie selbst im Wald angetroffen habe, habe er am Baumhaus auch eine Nachricht mit seiner Telefonnummer zurückgelassen, so Kauffeld. Darauf habe es aber keine Reaktion gegeben. Aufgrund fehlender Fachkenntnis im Umgang mit Holz vermutet Kauffeld, dass es sich bei den Erbauern des Baumhauses um Jugendliche handeln könnte.

Es sei „super schade“, dass Hessen-Forst die Polizei habe einschalten müssen, sagt Kauffeld. Der Förster hofft, dass sich die unbekannten Erbauer melden und für den reinen Schaden, der durch das Fällen der Bäume entstanden ist, aufkommen. Um weitere Kosten zu vermeiden, könnten die Unbekannten das restliche Baumaterial (Eisen, Geröll, Steine, Nägel, altes Holz, Plastik) selbst entsorgen.

Hinweise: An die Polizei unter Telefon 05 61/ 9100.

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