Weitere Aufführungen am 18. und 19. März

Habichtswalder Schauspieltruppe begeistert Premierenpublikum mit Komödie

+
Herrlich schräge Charaktere: Das Habichtswalder Ensemble spielte eine Amateur-Schauspieltruppe, die sich an einem Krimi-Klassiker versucht.

Habichtswald. Mit großer Spielfreude und einem kurzweiligen Stück bescherten die Laienschauspieler von Alles nur Theater ihrem Publikum einen gelungenen Theaterabend.

Fast klingt es ein wenig wie eine vorsichtige Entschuldigung, was die Akteure von Alles nur Theater ihrem Premierenpublikum am Freitagabend augenzwinkernd mit auf den Heimweg geben: „Und nächstes Mal wieder was ohne Niveau, versprochen.“

Man hätte fast meinen können, sie seien nicht ganz sicher, ob ihr erster Ausflug ins Komödiengenre auch wirklich die richtige Entscheidung ist. Vielleicht sind sie auch deshalb auf Nummer sicher gegangen und haben, statt wie gewohnt selbst ein Drehbuch zu schreiben, auf eine Vorlage von Theater-Profi Andreas Heck gesetzt. Dass die trotz ihres Titels „Dieses Mal was mit Niveau!“ unbestreitbar der eher leichten Bühnenkost zuzuordnen ist, mag unter den engagierten Theatermachern aus Habichtswald für Unsicherheit gesorgt haben, ist man schließlich durchaus Anspruchsvolleres von ihnen gewohnt.

Zweifel vom Tisch gefegt

Unter Regie von Antje Hörl, einer personellen Leihgabe der befreundeten Bad Emstaler Volksbühne, fegen die zehn Akteure dann aber doch schnell sämtliche Zweifel selbstbewusst vom Tisch und beweisen, dass leichte Unterhaltung nicht automatisch schwer daneben sein muss. Zugegeben, einige Gags werden da aus den tiefsten Tiefen verstaubter Gagkisten gekramt und entlocken dem Publikum allenfalls einige Höflichkeitslacher. Doch das stört kaum, werden sie doch mit einer derart erheiternden Spielfreude dargeboten, dass sie schon wieder Spaß machen.

Spaß haben auch die Darsteller, wenn sie irgendwie auch ein bisschen sich selbst spielen. Es sind nämlich die Rollen örtlicher Laiendarsteller, in die sie schlüpfen. Auch die wollen einmal etwas ganz anderes als gewohnt auf die Bühne bringen und entscheiden sich für einen Krimiklassiker, um endlich mal etwas mit Niveau und schauspielerischem Anspruch zeigen zu können. Die Geschichte entführt in die englische Heimat von Pfarrer Braun und seiner Haushälterin Beth, was auf der Bühne der Dörnberger Mehrzweckhalle aber nebensächlich bleiben soll. Dort ist es vielmehr der Blick hinter die Kulissen des probenden Theatervereins, der für sein Krimi-Debüt eigens einen Profi-Regisseur verpflichtet hat.

Der kommt aber erst gar nicht, sodass Bankräuber Klunker Kurt zum Zufallsregisseur Francois Trichine (herrlich überzogen: Raphael Dehnert) wird und den kunterbunten Haufen verschrobener Charaktere von der halbblinden Souffleuse Lisa (urkomisch: Marie-Luise Tripp) bis hin zur feschen Kassenwartin Trudel (beeindruckend routiniert: Katharina Girke) durchs Drehbuch manövriert. Dass all das nur ins Desaster führen kann, ist klar und gleichzeitig das, was das Stück im Stück von der Habichtswalder Komödienpremiere unterscheidet. Die nämlich ist ein absoluter Volltreffer und - zumindest schauspielerisch - mit einer ordentlichen Portion Niveau.

Weitere Aufführungen: 18. und 19. März um 20 Uhr sowie 20. März um 16 Uhr in der Dörnberger Mehrzweckhalle. Karten gibt es für sieben Euro im Vorverkauf in den Postfilialen in Ehlen und Dörnberg oder für acht Euro an der Abendkasse.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.