An vielen Schulen wird jetzt eine Videoüberwachung diskutiert

Kameras könnten kommen: Schulen in der Region finden das sinnvoll. Foto:  dpa

Kreis Kassel. Durch die Einbruchserie, von der seit Anfang Januar in der Region schon elf Schulen betroffen sind, ist jetzt die Überwachung mit Videokameras im Gespräch. In der Stadt Kassel sind an einigen Schulen bereits seit Längerem entsprechende Systeme installiert.

Im Landkreis wurde bisher noch keine Schule damit ausgestattet. Die Forderung nach einer Videoüberwachung wurde nach dem Einbruch in die Wolfhager Wilhelm-Filchner-Schule durch die örtliche CDU laut. An der Schule war ein Sachschaden von 100.000 Euro entstanden. Auch der Landkreis Kassel prüft bereits, welche Möglichkeiten der Überwachung es gibt.

An den Schulen trifft man auf geteilte Meinungen. Zwar befürwortet ein Großteil der Schulleiter eine Überwachung mit Kameras, doch über Art und Umfang der Systeme besteht keine Einigkeit.

Christine-Brückner-Schule

Schulleiter Wolfgang Engelmeyer denkt aktuell nicht über eine Überwachung seiner Schule mit Kameras nach „Wir hatten in den letzten Jahren keine Vorfälle, daher sehen wir keine Veranlassung dafür, auch nicht präventiv.“ Eine Entscheidung für oder gegen die Installation von Kameras müsse man vom Schulstandort abhängig machen.

Wilhelm-Filchner-Schule

„Wir können uns eine Videoüberwachung gut vorstellen und werden im Februar in den schulischen Gremien darüber diskutieren“, sagt Schulleiter Ludger Brinkmann.

Das große Gelände der Schule diene im Sommer abends gelegentlich als Partymeile. Daher glaubt Brinkmann, dass eine Überwachung mit Kameras hier Vandalismus verhindern könnte. „Kriminelle Banden, die professionell vorgehen, wird man auf diesem Weg aber wohl nicht abschrecken können“, sagt der Schulleiter.

Elisabeth-Selbert-Schule

Eine Überwachung des gesamten Schulgeländes hält Schulleiterin Ute Walter für nicht sinnvoll und rechtlich bedenklich. „Wir werden aber beantragen, die Schwerpunkte von Einbrüchen, wie das Sekretariat, gezielt zu überwachen“, sagt Walter. Diese solle aber nur außerhalb des regulären Schulbetriebs eingeschaltet sein oder auf Bewegungen zu ungewöhnlichen Uhrzeiten reagieren.

Herwig-Blankertz-Schule

Die Wolfhager Schule wird bereits durch eine Alarmanlage gesichert. Probleme mit Einbrüchen hat man daher laut Schulleiter Dietmar Johlen bisher nicht gehabt. „Ich kann mir eine Videoüberwachung aber vorstellen, gerade wenn sich in bestimmten Regionen Vorfälle an Schulen häufen“, sagt Johlen. Ein solches Vorgehen müsse aber transparent mit Eltern, Schülern und Lehrern besprochen werden. Man werde aufgrund der aktuellen Ereignisse mit dem Landkreis über Möglichkeiten der Überwachung sprechen, diese aber maßvoll und transparent gestalten.

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