Kreisbauernverband lehnt die Salzpipeline von K+S ab

Probebohrung im Reinhardswald. Foto:  Gehlen

Habichtswald. Klare Ansage des Kreisbauernverbandes Kassel in Bezug auf die geplante Pipeline von K+S: „Die Landwirte werden keine Flächen zur Verfügung stellen, nicht einmal für Probebohrungen."

Das sagte Johannes Gerhold, Mitarbeiter des Verbands, während einer Info-Veranstaltung zur Abwasserleitung am Mittwochabend in Ehlen.

Die Grundstücke würden durch einen möglichen Bau der Leitung entwertet, auch der Flächenverbrauch sei groß. „Der Grund und Boden ist uns Landwirten heilig“, sagte Gerhold. Es sei außerdem ungewiss, wie lange die Leitung aufgrund der hohen Reibung halte. Er erwarte, dass Alternativen für den geplanten Korridor im Raumordnungsverfahren (ROV) benannt würden. Von den Zuhörern im Dorfgemeinschaftshaus gab es Applaus für Gerholds Beitrag.

Die Berührungspunkte mit der Landwirtschaft seien groß, sagte Jörg Willecke, Leiter der Projektkommunikation bei K+S. Schließlich produziere man Düngemittel. „Die Landwirte liegen uns am Herzen“, sagte er und lud zu einem gemeinsamen Gespräch mit dem Kreisbauernverband ein.

Habichtswalds Bürgermeister Thomas Raue (SPD) „treibt die Frage nach der Notwendigkeit“ der Pipeline um. „Nach jetzigem Stand lehnen wir die Leitung ab.“ Unter anderem auch deshalb, weil sie am Brunnen Breitenbach vorbei führe. Der versorge nicht nur Habichtswald mit Trinkwasser, sondern auch Ahnatal.

Dass keine Alternativtrasse im ROV erkennbar sei, kritisierte Planer Detlef Schmidt, der für Habichtswald und Zierenberg die Stellungnahmen zum Vorhaben verfassen wird. Wo genau die Leitung einmal verlaufen könnte, sei erst durch die Detailplanung zu einem späteren Zeitpunkt zu sehen. K+S-Sprecher Jörg Willecke betonte, dass viele Möglichkeiten geprüft worden seien. Eine Leitung beispielsweise über Göttingen sei nicht sinnvoll.

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