In Altenstädt soll eine Mitfahrerbank entstehen

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Hofft, dass das Angebot gut angenommen wird: Yvonne Franke von SPD-Ortsverein Altenstädt will eine Mitfahrbank an der Wolfhager Straße etablieren. 

Altenstädt. Probleme wie im Naumburger Stadtteil Altenstädt gibt es in vielen Dörfern und Gemeinden: Der Bus fährt nur jede Stunde und dann nicht dahin, wohin man eigentlich will.

Wer von Altenstädt nach Wolfhagen möchte, kann dies sechsmal am Tag in einer 20-minütigen Busfahrt tun – ansonsten nur in einer zweistündigen Odyssee, die über Breitenbach und Kassel nach Wolfhagen führt.

Um solchen Problemen entgegenzutreten hat Yvonne Franke vom SPD-Ortsverein Altenstädt eine Idee aufgegriffen, die Abhilfe schaffen soll: eine sogenannte Mitfahrerbank. Die Idee ist simpel. Eine Bank wird zusammen mit einem Schild aufgestellt. Dort können sich die Altenstädter dann hinsetzen, damit vorbeifahrende Autofahrer die Wartenden mitnehmen können.

Verbindung nach Wolfhagen

Der Standort ist dabei ein wichtiger Faktor. Franke sagt: „Es ist besonders wichtig, dass die Bank und die Wartenden gut zu sehen sind und dass die Autofahrer eine Möglichkeit zum Halten haben.“ Zunächst soll eine Verbindung nach Naumburg als eine Art Testphase entstehen. Denn nach dort, so Franke, würden ohnehin schon viele Leute fahren, die jemand mitnehmen könnten. Ziel ist es jedoch, dass eine Verbindung nach Wolfhagen zustandekommt.

Dass viele erstmal skeptisch sind, wenn sie von der Idee hören, kann Franke nachvollziehen: Man muss erstmal Werbung für das Projekt machen, so dass man überhaupt von der Möglichkeit weiß. Und es wird ja auch niemand gezwungen mitzufahren, falls man ein mulmiges Gefühl hat.“

Durch die Mitfahrerbank sollen aber auch andere positive Aspekte entstehen. So sollen die Altenstädter wieder mehr ins Gespräch miteinander kommen. Zudem kann es die Umwelt entlasten, wenn nicht mehr jeder selbst mit seinem Auto fährt. Das Projekt sei auch keine Konkurrenz zu den öffentlichen Verkehrsmitteln, eher eine Ergänzung.

Start im nächsten Jahr

Geplant ist die Mitfahrerbank für Frühjahr 2017. Die Bank soll in der Wolfhager Straße aufgestellt werden. An welcher Stelle genau, weiß Franke noch nicht. Dazu und zu den Kosten laufen noch Gespräche mit der Gemeinde.

Franke hofft, dass wenn die Mitfahrerbank in Altenstädt gut ankommt, auch weitere Gemeinden die Idee aufgreifen: „So kann ein Netz von Mitfahrbänken entstehen.“ Und sollte das Projekt scheitern, würden kaum Unkosten entstehen. Dann können sich die Altenstädter über eine neue Bank freuen.

Hintergrund

Die Idee der Mitfahrbank ist nicht neu. Bereits in anderen Städten und Gemeinden in Deutschland wurde das Projekt eingeführt. In Speicher (Rheinland-Pfalz) und Jesberg (Schwalm-Eder-Kreis) wurde die Mitfahrbank gut angenommen. Dass in Speicher die Mitfahrbank gut funktioniert, liegt laut der Verkehrspsychologin Ursula Berrens daran, dass sich die 3300 Einwohner in dem Dorf alle kennen. Über umklappbare Schilder können Wartende angeben, wo sie hinreisen möchten.

Im sächsischen Ebersdorf (Landkreis Görlitz) findet die Mitfahrbank dagegen kaum Nutzer. Der Erfolg einer Mitfahrbank hängt viel damit zusammen, wie aktiv die Leute sich einbringen, glaubt auch Yvonne Franke.

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