Unterwegs auf dem Habichtswaldsteig

Ohne Gepäck, aber mit Lotse: Erste Wandergruppe probierte Angebot aus

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Vergnügte Truppe: Irene Stabl, Ingrid Knoche, Regina Kleisner und Annelli Caninenberg (von links) mit Wanderführer Herrmann Beller. An der Warte bei Naumburg testeten sie die große Himmelsschaukel. 

Naumburg. Für kräftige Schwünge auf der großen Himmelsschaukel reicht die Energie noch locker. Der kernigste Anstieg liegt ja auch noch vor den vier vergnügten Damen, die als erste das Angebot ausprobieren, ohne Gepäck und mit einem Wanderführer auf vier Etappen über den Habichtswaldsteig von Zierenberg bis zum Edersee zu marschieren.

Von der Warte bei Naumburg, wo man im Schatten der großen Schaukel eine kleine Rast eingelegt hat, ist das nächste Ziel gut zu sehen: die Weidelsburg. Auf die sind Irene Stabl und Irmgard Knoche aus Körle sowie Regina Kleisner aus Kassel schon mächtig gespannt. Die Aussicht, gerade bei derart herrlichem Wetter wie zuletzt, soll ja ganz außergewöhnlich sein. Annelli Caninenberg, die Vierte im Bunde, kann das bestätigen. Die vor drei Monaten in Pension gegangene Lehrerin aus der Nähe von Bremen war schon oben, vor vier Jahren während einer ersten Wandertour im Wolfhager Land. Das hat sie ihren drei neu gewonnen nordhessischen Freundinnen, mit denen sie am Mittwoch in Zierenberg aufgebrochen ist, voraus.

Mit Herrmann Beller aus Bad Emstal begleitet sie auf dieser Etappe ein erfahrener Wanderführer, der die Aussicht vom begehbaren Turm der Burg schon unzählige Male genossen hat. Er hat die fidele Gruppe vom Hotel Emstaler Höhe, wo übernachtet wurde, vorbei an den Sandsteinbrüchen, durchs Wolfsholz zum Naturschutzgebiet Hengstwiesen bei Naumburg gelotst und weiter zur Warte.

Zu den Besonderheiten entlang der Strecke gibt Beller interessante Infos, und manches, sagt Regina Kleisner, hätte man als ungeleiteter Wanderer vermutlich glatt übersehen. Ihr Begleiter, betont die Bankkauffrau aus Kassel, trage auch wesentlich zum „Spaßcharakter“ der Tour bei. Und das sei ein nicht zu unterschätzender Aspekt, denn: „Wir machen Genusswandern“, betont Irene Stabl. Man sei sicher nicht unsportlich, sagt die Chemie-Ingenieurin, aber eben auch kein strammer Tourengänger.

An vier Tagen hintereinander absolviere man jeweils so etwas wie einen Halbmarathon. Das sei nicht ohne. Insgesamt kommen 85 Kilometer zusammen. Großes Gepäck würde da mächtig stören. Deshalb habe sie das Angebot, das von der Arbeitsgemeinschaft Habichtswaldsteig und dem Verkehrsamt Breuna entwickelt wurde, auch gerne angenommen, erklärt Ingrid Knoche. Die Entspannungstherapeutin weiß es zu schätzen, dass der Veranstalter den Transfer des Gepäcks von Unterkunft zu Unterkunft organisiert. Mehr als einen Regenschutz und die Brotzeit muss man dann nicht auf die Strecke mitnehmen.

Bilder per Handy

Dabei hat man dann auch die Hände frei, um Freunde und Familie übers Handy mit Bildern und kleinen Nachrichten von unterwegs auf dem Laufenden zu halten. Beispielsweise vom anstehenden Aufstieg zur Weidelsburg und der später folgenden Einkehr im Café Hasenacker, wo zur Belohnung für die Strapazen die wohl größten Tortenstücke der Region warten.

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