Gesellschaftsjagd im Revier Hattenhausen bei Naumburg

Pächter Ingo Bandurski bereitet sich aufs große Treiben vor

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Die Details zählen: Ingo Bandurski lädt die Patronen für seine Waffe selbst. Im Vorfeld der Treibjagd gibt es aber weitaus aufwändigere Vorbereitungen für die Organisation zu erledigen.

Naumburg. Jäger erlegen nicht nur Wild und versorgen sich und die Feinschmecker in der Region mit Wildfleisch, sie erfüllen auch wichtige Aufgaben im Naturschutz. Wir begleiten einen Jäger ein Jahr lang in seinem Revier und berichten monatlich darüber.

Das Jahr im Revier steuert im Herbst auf den Höhepunkt zu: die Treibjagd. Gemeinsam mit Freunden und guten Bekannten übt man an diesem Tag das sogenannte Waidwerk aus. Treiber mit Hunden drücken das Wild aus ihren Unterständen den Schützen zu. In Hattenhausen wird am kommenden Samstag die Gesellschaftsjagd stattfinden, und da gibt es im Vorfeld für Pächter Ingo Bandurski eine Menge zu tun.

Da sind zunächst die Vorbereitungen für den Jagdtag selbst: Auswahl und schriftliche Einladungen der Schützen. Engagieren von Bläsern, Hundemeute, Treibern. Drückjagd-Böcke müssen repariert oder neu gebaut, die Stände markiert werden. Ein Plan muss her, in dem festgelegt wird, welcher Schütze an welchem Stand im Revier platziert wird. „Die Stände werden nach Fähigkeit des Jägers vergeben“, sagt Ingo Bandurski, „keiner soll unterfordert oder aber überfordert werden“. Die Schützen, weiß der 50-Jährige, bringen unterschiedliche Fähigkeiten mit, einige sind geübt und routiniert, andere packen die Büchse nur aus dem Panzerschrank, wenn zum Jahresende die Einladungen zu Drückjagden kommen.

Bandurski hat im Spätsommer die Mitglieder des Hegerings Naumburg ins Schießkino nach Buke bei Paderborn eingeladen. Dort wird in der Halle unter realistischen Bedingungen auf Jagdszenen, die sich auf einer großen Leinwand abspielen, geschossen. Im Staatswald ist ein solcher Schießnachweis längst Pflicht für die Teilnahme an Drückjagden.

Übungsdefizite hat Bandurski nicht. Er ist im Revier regelmäßig aktiv, und bringt dazu Grundlagen mit, die nicht alltäglich sind: Bei der Bundeswehr hat er einst eine Scharfschützenausbildung absolviert, später hat er das jagdliche Schießen auch wettkampfmäßig betrieben. Hessische Vize-Meisterschaften in den Jahren 2006 bis 2008 waren Lohn intensiven Trainings.

Im sensiblem Bereich des Schießens geht es ihm um jedes Detail. Er ist Wiederlader, füllt seine leergeschossenen Patronenhülsen selbst mit Zündhütchen, Pulver und bleifreiem Geschoss. Beste Anpassung an seine Waffe, optimale Geschossgeschwindigkeit, Treffpunktlage und Eigenpräzision nennt er als Gründe.

Auch am Samstag wird er mit der eigenen Munition jagen. Er geht davon aus, dass er auch sonst an alles gedacht hat, von den zu treffenden Sicherheitsvorkehrungen, dem Schneiden der Zweige für das Streckelegen, dem Bewirten der Gäste bis zum Vermarkten des Wildbrets. Schließlich soll das Treiben zu einem wirklichen Höhepunkt des Jagdjahres werden.

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