Bewirtschaftungskonzept für die "grüne Sparkasse"

Pläne für die nächsten Jahre im Naumburger Stadtwald: Weniger Holz, gleicher Gewinn

Mitten im Grünen: Naumburg ist umgeben von Wald. Die „grüne Sparkasse“ spült Jahr um Jahr verlässlich Gewinne in die Stadtkasse. Das soll auch in der kommenden Dekade nicht anders sein. Foto:  Norbert Müller

Naumburg. Der Plan für die nächsten zehn Jahre im Naumburger Stadtwald steht: Es soll weniger Holz eingeschlagen, aber dennoch nicht weniger Geld verdient werden.

Forsteinrichtung nennt sich das Werk, das alle zehn Jahre von Hessen-Forst für den Stadtwald erarbeitet wird und die Eckpunkte für die Bewirtschaftung vorgibt. Ein zentraler Punkt: Der Jahreseinschlag im Stadtwald, der eine Gesamtbetriebsfläche von 1268 Hektar umfasst, wird von bislang rund 10 200 Festmeter auf rund 8650 Festmeter gedrosselt. „Wir wollen dauerhaft einen stufigen Mischwald etablieren und eine nachhaltige und naturgemäße Waldbewirtschaftung sicherstellen und tragen durch das Herabsetzen des Hiebsatzes auch dem Umstand Rechnung, dass vor dem Hintergrund des Klimawandels verstärkt mit dem zusätzlichen Anfall von Sturmholz zu rechnen ist“, erklärte Bürgermeister Stefan Hable (CDU).

Grüne Sparkasse

Trotz des reduzierten Einschlags gehe man aber aufgrund der aktuellen Preissituation am Holzmarkt davon aus, dass in Naumburgs „grüner Sparkasse“, wie der Wald gerne genannt wird, auch künftig weiter ein jährlicher Überschuss in Höhe von 150 000 Euro erwirtschaftet wird.

Die Planung für die nächsten Jahre sieht zudem vor, dass an geeigneten Standorten Fichten durch Douglasien ersetzt werden. Ziel sei, weiter stabile Nadelholzvorräte aufzubauen, die dann auch ihre Hiebreife erreichen und genutzt werden können. Zum Hintergrund der Strategie sagte Hable, dass die Fichte empfindlich auf Klimaveränderungen reagiere, die Douglasie dagegen eine robuste Baumart sei, die mit klimatischen Veränderungen sehr gut klarkomme.

13 Hektar für die Eiche

Dennoch ist die Fichte im Stadtwald kein Auslaufmodell. Schwerpunkte bei den Waldverjüngungen sollen im Bereich der Buchen- und der Fichten-Naturverjüngungen liegen. Außerdem ist auf 13 Hektar eine Eichen-Naturverjüngung im „Alten Wald“ geplant. „Ein ehrgeizigen Vorhaben“, so Hable, das nur mit angepasstem Wildbestand und ergänzendem Wildverbissschutz gelingen könne. „Durch die Bevorzugung der jungen Eichen gegenüber den an diesem Standort eigentlich dominanten Buchen wollen wir dafür Sorge tragen, dass auch künftige Generationen von dieser Baumart profitieren. Wir setzen mit dieser Maßnahme das fort, was unsere Vorfahren vor rund 200 Jahren begonnen haben.“

Aber nicht nur wirtschaftlich spiele der Stadtwald eine bedeutende Rolle. Er habe auch eine Vielzahl anderer Schutz- und Erholungsfunktionen. Hable: „Auch den hieraus erwachsenden Anforderungen wollen wir im Rahmen der künftigen Bewirtschaftung Rechnung tragen.“

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