Lars Homburg baut auf einem Acker in Altenstädt Blaumohn an – Er will Bäcker der Region damit beliefern

Opiumstelle wacht über sein Feld

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Inmitten des Mohns: Lars Homburg steht in seinem Feld und begutachtet eine Mohnblüte. Der Mohnsamen reift in den grünen Kapseln, die nach der Blüte am oberen Teil des Pflanzenstiels entstehen. Geerntet wird der Mohn mit einem normalen Mähdrescher, was wegen der geringen Größe der Samen allerdings nicht ganz einfach ist.

Altenstädt. Lars Homburg gehört zu den wenigen Landwirten in Deutschland, die wegen ihrer Arbeit mit dem Betäubungsmittelgesetz in Berührung kommen. Auf einem Acker baut der Altenstädter Blaumohn an.

„Aus dieser Sorte lässt sich zwar im Gegensatz zu anderen Mohnsorten kein Rauschmittel Opium herstellen, dennoch muss ich das Feld bei der Bundesopiumstelle anmelden“, erzählt Lars Homburg. Das bedeutet unter anderem, der Landwirt muss den Verbleib der Mohnernte genau dokumentieren.

Klatschmohn ist Unkraut

Wer diese Listen später durchsieht, der soll vor allem Bäcker und Privatleute aus dem Wolfhager Land dort als Abnehmer finden. Blaumohn ist nämlich die Sorte Mohn, deren Samen auf Stückchen und Kuchen zu finden ist. „Der rote Klatschmohn, der in vielen Getreidefeldern blüht, ist eigentlich Unkraut“, sagt Homburg. „Den vielen Regen der jüngsten Tage hat der Mohn gut vertragen. Er mag es gern etwas feuchter.“

In der gesamten Bundesrepublik wachsen derzeit auf nur 75 Hektar Blaumohnpflanzen. Ein Großteil des Mohns in unserem Essen stammt aus den USA, Österreich oder Osteuropa.

Warum sich so wenig deutsche Bauern für den Mohnanbau interessieren, weiß Homburg nicht. Für ihn ist die Pflanze unter anderem interessant, weil sie relativ anspruchslos ist. Das einen halben Hektar große Feld dient dem 37-Jährigen als Experimentierfläche. Denn auch wenn die Pflanze nicht viel Pflege braucht, so birgt das Säen schon eine gewisse Herausforderung.

„Die Mohnsamen sind ziemlich klein. Sie mit normalen Sämaschinen auszubringen ist nicht ganz einfach“, sagt Homburg. Von einem Kollegen hat er sich einen Trick abgeschaut: Von zwei Kilo Saatgut ist ein Kilo keimunfähig. Im Backofen werden die Samen abgetötet. „Das Säen ist bei der größeren Menge einfacher. Weil die Hälfte der Samen aber nicht aufgeht, sähe ich nicht zuviel“, erklärt der Landwirt.

Die Vermarktung des Mohns aus Altenstädt ist noch im Werden. Ein paar Bäcker reagierten allerdings positiv auf die Pläne Homburgs. Er selbst sieht ein altes Problem der deutschen Landwirte auf sich zu kommen: „Der Verbraucher achtet nicht darauf, wo die Ware herkommt.“