"Spiel auf Zeit"

SuedLink: Neue Trasse im Netz - Kritik an Betreiber Tennet bleibt

Bad Emstal. Der neue Trassen-Entwurf von Betreiber Tennet  für die geplante Höchstspannungsleitung SuedLink stößt auf Ablehnung. Das Drei-Länder-Bündnis, zu dem sich unter anderem die Gemeinde Bad Emstal und die Region Hannover zusammengeschlossen haben, übt Kritik an der mangelnden Transparenz.

Der Netzbetreiber weigere sich, den Vorschlagskorridor nachvollziehbar zu begründen, sagte Bad Emstals Bürgermeister Ralf Pfeiffer.

Am Freitag hatte der Übertragungsnetzbetreiber im Internet neue Vorschläge für den Trassenverlauf veröffentlicht (suedlink.tennet.eu). Diese seien Ergebnis der von Tennet gesammelten Hinweise der Bürger, erklärte das Unternehmen. 90 Prozent der Daten seien eingeflossen.

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„Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb Tennet diesen einen Korridor präferiert“, sagte Pfeiffer. Das Unternehmen wolle seine Gründe erst nennen, wenn es den Antrag bei der Bundesnetzagentur eingereicht habe. Das soll noch in diesem Jahr geschehen. Pfeiffer und die übrigen Mitglieder des Bündnisses werfen Tennet vor, auf Zeit zu spielen.

Als eine Unverschämtheit bezeichnete Ralf Pfeiffer das Vorgehen des Netzbetreibers, nur in jenen Kommunen Info-Märkte veranstaltet zu haben, die vom nun konkretisierten Trassenentwurf betroffen seien. Daneben habe es aber alternative Routen gegeben, deren Eignung Tennet aber nicht weiter verfolgt habe.

„Aus unserer Sicht ist SuedLink nicht erforderlich“ und falls doch, wolle das Bündnis die Gründe kennen, sagte Pfeiffer. „Ich will für jeden Kilometer Trasse wissen, warum er gebaut wird.“ Der Rathaus-Chef hofft, dass die Bundesnetzagentur den Trassenverlauf prüft und sich für eine Erdverkabelung einsetzt, die gesundheitlich weniger schädlich und kaum teurer sei als Freileitungen.

Von Antje Thon

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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