Ausstellung im Regionalmuseum gibt Einblicke in eine brutale Zeit

Spende über 6000 Euro: Die Kasseler Sparkasse zählt seit vielen Jahren zu den größten Unterstützern des Regionalmuseums Wolfhager Land. Regionaldirektor Karsten Kroll (links) übergab das Geld an Tasso Minkner, Zweiter Vorsitzender des Museumsvereins. Foto: Thon

Wolfhagen. Der Titel der Ausstellung ist etwas sperrig, die Bilder und Exponate, die im Regionalmuseum Wolfhager Land in Wolfhagen zu sehen sind, gehen unter die Haut.

Am Donnerstagabend wurde die Ausstellung „1914 - 1918 Vom Kriegsrausch zur Kriegsqual - Zeitgeist, Alltag und Propaganda im Ersten Weltkrieg mit Schwerpunkt Wolfhager Land“ eröffnet. Das Interesse war riesig, etwa 100 Gäste rückten im engen Veranstaltungsraum dicht zusammen und lauschten den Vorträgen.

Den Rahmen des Gezeigten bildet eine Wanderausstellung der Dortmunder Historiker Dr. Torsten Reters und Wolfgang Hoffmann, das Herzstück aber kommt von Menschen aus dem Wolfhager Land. Sie steuerten Exponate bei aus der Zeit des Ersten Weltkrieges bei. Das sind Briefe, Waffen, Ausrüstungsgegenstände, Fotos.

Wenn auch das Kriegsereignis 100 Jahre zurückliegt, an seiner Aktualität habe das Thema nichts verloren, sagte Katharina Seewald, Leiterin der Volkshochschule (vhs) Region Kassel. Die vhs finanziert die Schau zur Hälfte. Die Welt sei voll von Kriegen, die Welle von Flüchtlingen, die nun nach Deutschland schwappe, mache dies mehr als deutlich.

Mit Original-Filmaufnahmen holten die Historiker aus Dortmund ein Stück Authentizität ins Regionalmuseum. Wolfgang Hoffmann spielte Sequenzen von der Kieler Woche 1914 ein. Die hatte der Deutsche Kaiser Wilhelm II. besucht, als er vom Attentat auf Österreichs Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajevo erfuhr, das als Auslöser des Krieges gilt. Hoffmann skizzierte ein Bild des Kaisers, das dessen Wandel vom euphorischen Kriegstreiber hin zum gebrochenen Regenten zeigt, der verstört reagiert auf die Brutalität des realen Krieges. Dr. Torsten Reters führte vor Augen, wozu die Propaganda der Kriegsgegner führte. Mit Lügen und Falschinformationen hatten beide Seiten den Hass in der Bevölkerung geschürt. Selbst der Bischof von Canterbury nahm sich nicht aus aufzurufen, mit Gottes Hilfe die Deutschen zu töten - „jung und alt“. Öffnungszeiten: Dienstags bis donnerstags, 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags, 14 bis 17 Uhr. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 6. Dezember.

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