Camila Alvarado aus Chile ist zum Schüleraustausch in Wolfhagen

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Wollen den Kontakt halten: Camila Alvarado (links) aus Puerto Varas in Chile ist für zwei Monate zu Gast bei Nina Nordmeier und deren Familie in Wolfhagen.

Wolfhagen. Die Traditionen hierzulande gefallen der 17-jährigen Camila Alvarado am besten. Die junge Chilenin absolviert einen Schüleraustausch und ist seit Anfang Dezember zu Gast bei Familie Nordmeier in Wolfhagen.

Deutsche Einwanderer haben in ihrer Heimatstadt Puerto Varas im Süden Chiles viele Spuren hinterlassen. Doch so richtig konfrontiert mit dem Land, dessen Sprache sie seit vier Jahren lernt, wird sie erst jetzt. Es ist Camilas erster Besuch in Deutschland.

„Ich mag die Traditionen“, sagt sie mit einem Lächeln. Dabei erzählt sie von den Weihnachtsmärkten, die sie besuchte und schwärmt von Bratäpfeln, die sie während der Festtage bei den Nordmeiers kennengelernt hat. „An Silvester darf hier jeder ein Feuerwerk abbrennen.“ In ihrer Heimat dürfe nur die Stadt Raketen abfeuern - für die Bewohner sei das verboten. Und so nutzte Camila die Gunst der Stunde und ließ selbst eine Glücksbringer in den Nachthimmel aufsteigen.

Bei den Nordmeiers fühlt sich die 17-Jährige wohl. Gemeinsam besuchten sie die Grimmwelt in Kassel, den Herkules, sie stiegen zur Weidelsburg hinauf und erkundeten den Edersee. Sogar in den Skiurlaub nach Österreich reiste Camila mit und absolvierte einen Skikurs.

Den engsten Draht hat die Schülerin zur gleichaltrigen Nina Nordmeier, die die elfte Klasse des Gymnasiums an der Wilhelm-Filchner-Schule besucht und Mitte Juli zum Gegenbesuch zu den Alvarados nach Puerto Varas aufbrechen wird. „Ich war noch nie in Südamerika“, sagt die junge Wolfhagerin. Für den Austausch nutzt sie die Sommerferien und bringt damit auch ein kleines Opfer. Denn wie Camila wird auch sie im Land ihrer Gasteltern, wo dann Winter sein wird, die Schule besuchen. „Und ich werde eine Schuluniform tragen müssen.“

Deren Fehlen an der Wolfhager Schule hat Camila nicht sehr vermisst. Dafür haben sie andere Dinge überrascht. „Die Mädchen tragen Nagellack und sind teilweise geschminkt. Das geht bei uns in Chile nicht.“ In Wolfhagen gebe es mehr Disziplin, man müsse sich melden, um im Unterricht etwas sagen zu dürfen. Auch das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern sei ein anderes. Das sei an ihrer Schule in Puerto Varas freundschaftlicher, sie wisse mehr aus dem Leben der Lehrer - „sie sind ein bisschen mehr wie Freunde. In Wolfhagen sind die Lehrer nur Lehrer“, schildert Camila ihre Beobachtung.

Nina Nordmeier freut sich schon jetzt auf ihre Reise nach Chile. Da sie nach zwei Jahren Spanisch die Fremdsprache in der zehnten Klasse abgewählt hat, überlegt sie, sich mit einem Sprachkurs an der Volkshochschule auf ihren Aufenthalt vorzubereiten. Aber Dank Camila habe sich ihr Spanisch verbessert, genauso wie Camilas Deutsch. „Und ich kann jetzt Salsa tanzen“, freut sich Nina.

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