Familie Nemati aus Wolfhagen lud zum persischen Neujahrsfest ein

Gemeinsames Essen: Das iranische Neujahrsfest bei Familie Nemati.

Wolfhagen. Das Wohnzimmer der Familie Nemati in Wolfhagen platzt aus allen Nähten. 16 Erwachsene sitzen festlich gekleidet an langen Tischen.

Aus der kleinen Küche dringen exotische Gerüche. In der Ecke steht ein Extratisch mit seltsamen Gegenständen darauf.

Ali Nemati (43) hat einige seiner Freunde zum persischen Neujahrsfest, auch Nouruz genannt, nach Hause eingeladen. Es ist eines der ältesten weltlichen Feste und wird in vielen Ländern im Nahen Osten, auf dem Balkan und Zentralasiens am 20./21. März gefeiert. Es ist gleichzeitig auch ein Frühlingsfest.

Gemeinsames Essen: Das iranische Neujahrsfest bei Familie Nemati.

Ein wichtiges Brauchtum des Nouruz ist das „Haft Sin“, eine Art Altar mit Bestandteilen, die alle mit dem persischen „S“ beginnen, denn sie haben eine tiefere Symbolik. Souran Rezaei und seine Frau Parastou aus dem Iran, die seit sechs Monaten in der Pommernanlage leben, erklären das Haft Sin: Da gibt es Pudding aus Weizen für den Segen, Knoblauch zum Schutz, Mehlbeeren als Saat des Lebens, Essig für die Fröhlichkeit, Gewürze für den Geschmack des Lebens, Weizensprossen für die Munterkeit und den Apfel für die Gesundheit. Selbst die Dekoration ist vorgeschrieben: Hyazinthen für die Freundschaft, Münzen für den Wohlstand, ein Spiegel für die Reinheit, Kerzen für das Feuer, bemaltes Ei für die Fruchtbarkeit, Goldfische im Wasser für das Glück und ein Buch für die Weisheit.

Doch endlich gibt es Essen. Saeedeh Nemati (39), die Hausherrin, hat stundenlang gekocht. Kochen und Backen ist ihre große Leidenschaft. Mit Hilfe einiger anderer Flüchtlingsfrauen hat sie bereits für den Neujahrsempfang der Stadt über 700 Häppchen mit iranischen Köstlichkeiten zubereitet. Ihre Hähnchentorte fand dabei besonderen Anklang. Ihr größter Wunsch ist, eine Ausbildung als Bäckerin zu machen. Zum persischen Neujahrsfest tischt Saeedeh Nemati iranische Leckereien auf: Hähnchen mit Gewürzen, Lachs, Hammelfleisch mit Reis gefüllt, und viel Gemüsereis, mit Oliven als Beilage. Alkohol gibt es nicht.

Ali Nemati, der seit drei Jahren mit seiner Familie in Wolfhagen lebt, engagiert sich in der Flüchtlingsarbeit. Aufgrund seiner guten Sprachkenntnisse in Englisch, Farsi und Arabisch unterstützt er die Flüchtlinge bei Ämtern und Ärzten. „Wir haben selber viel Hilfsbereitschaft in Wolfhagen erfahren und möchten dies an andere weitergeben“, sagt er.

Von Ursula Neubauer

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