Kommunalwahl: Parteien in der Region suchen Nachwuchs

Kommunalwahl: Im kommenden Jahr wird in der Region gewählt. Archivfoto:  dpa

Wolfhager Land. Die Kommunalwahl 2016 wirft ihre Schatten voraus. In knapp vier Monaten treten die Wähler an die Urnen und verteilen ihre Stimmen.

Dann wird entschieden, wer in den Ortsbeiräten mitarbeiten, wer in die Gemeindevertretungen und Stadtverordnetenversammlungen einziehen und wie der Kreistag aussehen wird.

Derzeit erstellen die Parteien ihre Kandidatenlisten. Wir haben uns umgehört bei den Ortsvereinen und Gruppen umgehört. Eine Auswahl an Stimmen aus dem Wolfhager Land gibt es hier:

Elisabeth Theiss, Grüne, Ortsverband Bad Emstal: „Wir sind ganz zuversichtlich, genügend Leute zu bekommen. Ich kenne Kollegen, die wachen erst auf, wenn die Kommunalwahl kurz bevorsteht.“ Die Grünen in Bad Emstal seien die ganze Legislatur über präsent gewesen. Man müsse den Leuten zeigen, welche Möglichkeiten sie in der Kommunalpolitik haben, sagt Theiss.

Rainer Derx, Freie Wähler Bad Emstal: „Es ist nicht leicht, genügend Leute zu finden.“ Vor allem mangele es an jungen Menschen. Oftmals seien geeignete Personen beruflich stark eingebunden. Und auch wenn er es nicht gerne sage, müsse er zugeben: „Die Politikverdrossenheit ist groß“. Bad Emstal stehe unterm Rettungsschirm, das Thermalbad schreibe rote Zahlen und Infrastrukturprobleme machten deutlich, „die große Freiheit ist vorbei“. Wer da mitmischen und nach Lösungen suchen wolle, stelle schnell fest, „es ist ein Problem, kreativ zu werden.“

Martin Roth, CDU-Stadtverband Naumburg: „Wir haben eher ein Luxusproblem - wir haben zu viele Kandidaten.“ 35 Personen stehen auf der Liste, 31 Sitze können bei der Kommunalwahl im Stadtparlament verteilt werden. Unter den ersten zehn Plätzen seien drei Frauen. Gemessen an der Einwohnerzahl habe Naumburg den stärksten CDU-Verband im Landkreis Kassel.

Dr. Bärbel Mlasowsky, Unabhängige Wähler Zierenberg: „Wir haben um die 20 Kandidaten auf der Liste.“ Über die Jahre hinweg habe die Politikmüdigkeit zugenommen. Es sei die Ausnahme, das Menschen von alleine auf einen zukämen und ein Mandat in der Stadtverordnetenversammlung wollten. „Wir müssen aktiv werden und auf die Leute zugehen.“ Froh sei sie, auch jüngere Menschen gefunden zu haben, die sich aufstellen lassen wollen. Ohne Probleme laufe es aus ihrer Sicht bei den Ortsbeiräten, die es in Burghasungen, Oelshausen, Oberelsungen und erstmals ab 2016 auch für die Kernstadt gibt.

Peter Kranz, Grüne, Ortsverband Wolfhagen: „Es geht darum, Menschen zu finden, die bereit sind, sich wählen zu lassen und dann fünf Jahre durchzuhalten.“ Wer sich in die Kommunalpolitik einbringen wolle, müsse viel Zeit mitbringen - das sei ein Nachteil. Der Vorteil, und der sei wichtig, um Menschen zu motivieren, sei ein per Gesetz zugesicherter Kündigungsschutz für Mandatsträger, so Kranz.

Peter Schnegelsberg, CDU-Gemeindeverband Habichtswald: „Wir haben 16 Kandidaten auf der Liste.“ Damit ist der 2. Vorsitzende des Ortsverbandes zufrieden. Nur etwa die Hälfte sei Mitglied der Union, der Rest sei parteilos. Probleme, genügend Kandidaten zu finden, habe es keine gegeben. Allerdings, so Schnegelsberg, habe man schon gezielt auf die Leute zugehen müssen.

Lars Voigtländer, SPD-Ortsverein Breuna-Listingen: „Auf unserer Wahlliste werden eine ganze Reihe der langjährig erfolgreich für die Gemeinde tätigen Gemeindevertreter der aktuellen Legislaturperiode stehen. Daneben ist es uns wieder gelungen, bisher nicht politisch aktive Bürger für eine Kandidatur zu gewinnen. Und ganz besonders freuen wir uns über den Wunsch junger Menschen, in unserer Gemeinde eine politisch engagierte Gruppe zu gründen. Am Samstag, 28. November, wird hierfür eine Veranstaltung in unserem Ort stattfinden.“

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