Kopten-Bischof Anba Damian beim Neujahrsempfang: „Ich verneige mein Haupt“

Ausgezeichnet: Ernst Klein (links) wurde von Bürgermeister Schaake mit der Ehrennadel der Stadt Wolfhagen ausgezeichnet.
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Ausgezeichnet: Ernst Klein (links) wurde von Bürgermeister Schaake mit der Ehrennadel der Stadt Wolfhagen ausgezeichnet.

Wolfhagen. Der Generalbischof der Koptisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland, Anba Damian, würdigte als Festredner beim Neujahrsempfang der Stadt Wolfhagen die bisherige deutsche Flüchtlingspolitik.

Eine Menge Sitzfleisch und auch Stehvermögen mussten die vielen Besucher des Neujahrsempfangs der Stadt Wolfhagen am Samstag in der Stadthalle schon mitbringen. Denn erst nach einem über zweistündigen offiziellen Programm, das durch mehrere Darbietungen der Jungen Philharmonie und dem Querflötenensemble der Musikschule Wolfhager Land musikalisch aufgelockert wurde, hatten die Gäste Gelegenheit zu Gesprächen in entspannter Atmosphäre.

Lob für Ehrenamtliche

Bürgermeister Reinhard Schaake (parteilos) bilanzierte das abgelaufene Jahr, das die Stadt trotz aller Schwierigkeiten und Herausforderung hervorragend gemeistert habe. Vor allem lobte er das ehrenamtliche Engagement vieler Wolfhager, die im Willkommensgruß, in Menschlichkeit und christlicher Nächstenliebe sich für die in der Pommernanlage untergebrachten fast 900 Kriegsflüchtlinge und Asylsuchende einsetzen. Diese Neubürger standen auch im Mittelpunkt der Rede von Susanne Selbert, Vize-Landrätin des Landkreises Kassel.

Geschenk zur Begrüßung: Bürgermeister Reinhard Schaake übergibt zusammen mit Märchenprinzessin Lilly Haupt und Hofdame Emely-Martha Winning einen Präsentkorb an Bischof Anba Damian, Oberhaupt koptisch-orthodoxen Christen in Deutschland. 

„Ich verneige mein Haupt vor Deutschland“, mit diesem kurzen Satz würdigte derGeneralbischof der Koptisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland, Anba Damian, als Festredner die Willkommenskultur in unserem Land. Das 61-jährige Oberhaupt der derzeit 6000 in Deutschland lebenden koptisch-orthodoxen Christen, der mit seinen mönchischen Glaubensbrüdern im Kloster Brenkhausen bei Höxter lebt, weiß wovon er spricht. Er kaufte 29 Gebäude einer ehemaligen Kaserne in Borgentreich als neue Heimat für 600 Kriegsflüchtlinge aller Konfessionen. Anba Damian: „Während in meiner Heimat und unserem christlichen Ursprungsland Ägypten wieder 96 Kirchen von islamischen Fanatikern verwüstet und zerstört wurden, haben wir in Brenkhausen auch für Muslime ein Gotteshaus geschaffen.“ Die Besucher wurden auch direkt mit dem Thema Flüchtlinge konfrontiert. Das Ehepaar Maryam Zarmehr und Afshin Abdollahi sangen Lieder in ihrer persischen Heimatsprache, und der 19-jährige Alan Jamil bedankte sich im Namen aller in Wolfhagen lebenden Asylsuchenden für die Gastfreundschaft.

Für sein Engagement als Brückenbauer gegen das Vergessen mit der Aufarbeitung des einst jüdischen Lebens in Wolfhagen wurde Ernst Klein mit der Ehrennadel der Stadt Wolfhagen ausgezeichnet. Eröffnet hatte den Neujahrsempfang traditionell das Bläsercorps des Kreisjagdvereins Wolfhagen.

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