National-Torhüter Jan Winarski aus Viesebeck: Das ist der Reiz von Inlinehockey

Mit dem deutschen Adler auf der Brust: Wolfhagens stellvertretender Kämmerer Jan Winarski spielt seit über 20 Jahren Inlinehockey. Sein Team sind die Nordhessen Hornets, erstmals reiste er im Sommer als Nationalspieler zur WM. Die nächste WM findet wahrscheinlich in China statt, da wäre der 35-Jährige gerne dabei. Foto: Thon

Wolfhagen. Jan Winarskis Leidenschaft gehört dem Inlinehockey. Der Mitarbeiter der Stadtverwaltung Wolfhagen hütet für die deutsche Nationalmannschaft das Tor.

Mit Rollerblades durch die Landschaft gleiten – „das geht gar nicht“. Da ist Jan Winarski konsequent. Und doch schlägt sein Herz für eine Sportart, bei der Inline-skates unverzichtbar sind. Seit über 20 Jahren spielt der gebürtige Baunataler, der in Viesebeck wohnt und als stellvertretender Kämmerer bei der Stadt Wolfhagen arbeitet, Inlinehockey. Im Sommer reiste er sogar zur Weltmeisterschaft nach Italien, wo er als Torhüter im Kasten des deutschen Teams stand.

„Eigentlich wollte ich Eishockey spielen“, sagt der 35-Jährige. „Das war meinen Eltern damals aber zu teuer.“ Die günstigere Alternative führte ihn zum Inlinehockey. In den ersten Jahren trainierte er auf Plätzen unter freiem Himmel. In Baunatal, Vellmar, Fuldabrück und Kaufungen wurden Anlagen geschaffen. Dort formierten sich nach und nach auch Hockeyteams. Inzwischen fährt Winarski zum Training in den Sportkomplex Baunatal, wo die Bedingungen in einer Halle seit einigen Jahren excellent sind. Sein Verein sind die Nordhessen Hornets.

„Die große Herausforderung des Sports besteht für mich darin, den Puck zu fangen“, sagt der Keeper über seine Motivation, im Tor zu stehen. Die flache Kunststoffscheibe könne schon mal mit 80 Kilometern pro Stunde auf ihn zugeflogen kommen. Reaktionsschnelligkeit und eine gute Hand-Auge-Koordination seien dann gefragt.

WM-Teilnahme selbst bezahlt

Mit seinen 35 Jahren ist Jan Winarski ein alter Hase. Unter den Sportlern, die im Juni für zehn Tage zur Weltmeisterschaft nach Asiago fuhren, zählte er zu den erfahrensten. Neben Teamgeist und sportlichem Leistungsvermögen ist ein weiteres Kriterium entscheidend für die Teilnahme: „Man muss sie sich leisten können“, sagt der Betriebswirtschaftler und zwingt sich zu einem Lächeln. Die 1000 Euro, die das Vergnügen gekostet habe, habe er aus seinem Portemonnaie gezahlt.

Überhaupt sei der Sport kostspielig. Für die Ausrüstung eines Feldspielers fielen um die 700 Euro an. Der Schläger sei da aber noch nicht dabei, und pro Jahr würden etwa vier Schläger verschlissen. Für ihn als Torhüter gehe die Ausrüstung richtig ins Geld. Zusammen mit Protectoren, Helm und Skates habe er, der auch schon als Trainer gearbeitet hat, mehr als 3000 Euro hingeblättert. Das schrecke junge Leute ab, sich für den Sport zu begeistern. Seit einigen Jahren plagten die Vereine Nachwuchssorgen. Teams im Landkreis Kassel lösten sich auf.

Dabei habe Inlinehockey mehr Aufmerksamkeit verdient. Der Sport sei schnell, weniger ruppig als Eishockey. Der Spielverlauf sei offener, im Gegensatz zum Fußball könne sich das Blatt schneller wenden. Auch fielen mehr Tore. Wäre Winarski nochmal Kind, und müsste er sich für eine Sportart entscheiden, „dann wäre es wieder Inlinehockey“. 

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