Zusammenarbeit mit Behinderten

Schüler aus Wolfhagen checken Gebäude auf Barrierefreiheit

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Gehen demnächst mit den Bewohnern des Behindertenheims in der Worthstraße auf Tour: Die Schüler der 8G1 aus der Wolfhager Wilhelm-Filchner-Schule. Rechts Leiterin Martina Hasenschar mit den Bewohnern Elke Witzel und Steven Karatas.

Wolfhagen. Den Wolfhager Schülern der 8. Klasse hatte ein HNA-Artikel über mangelhafte Barrierefreiheit bei öffentlichen Gebäuden keine Ruhe gelassen. Deshalb entwickeln sie jetzt mit ihrem Lehrer Volker Schäfer ein Unterrichtsprojekt, bei dem sie sich gemeinsam mit Behinderten des Problems annehmen wollen.

Martina Hasenschar, Leiterin der Wohnanlage des Bathildisheims in der Worthstraße, ist davon begeistert und lud die Klasse aus der Wilhelm-Filchner-Schule gleich in die Einrichtung ein. „Wir haben uns angeschaut, wie die Menschen wohnen und leben“, sagt Anne. „Das hat uns geholfen, die anfängliche Scheu vor den Behinderten zu verlieren“, ergänzt Klassenkameradin Colina.

Treffen mit Hensel

Der zweite Schritt war ein Treffen mit dem Behindertenbeauftragten Wolfgang Hensel, der den Jugendlichen half, einen Fragebogen zu entwickeln, mit dem sie öffentliche Einrichtungen auf Behindertenfreundlichkeit testen können. Kommt man als Rollstuhlfahrer ohne Hilfe in das Gebäude? Sind die Eingangstüre breit genug? Sind Hinweisschilder in Blindenschrift vorhanden? Ist es möglich als Geh-, Seh- oder Hörbehinderter in dieser Einrichtung zu arbeiten? Alle diese und weitere Fragen wollen die Schüler in den kommenden Wochen den Mitarbeitern im Rathaus, Schwimmbad, Polizei, Kirchen, Kindergärten und anderen Einrichtungen stellen.

Aber nicht nur das: Gemeinsam mit den Menschen mit Behinderung aus dem Bathildisheim werden sie Wege und Zugänge selbst inspizieren. Dabei wollen sich die Achtklässler auch selbst in den Rollstuhl setzen oder die Augen verbinden, um die Probleme fehlender Barrierfreiheit zu erkennen.

Ergebnisse auswerten

Am Ende der Aktion wertet die Schulklasse alle Ergebnisse aus und stellt sie den öffentlichen Einrichtungen zur Verfügung. In der Hoffnung, dass man dies zum Anlass nimmt, die Gebäude künftig behindertengerechter zu gestalten.

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