Starker Auftritt

Junge Philharmonie Nordhessen überzeugte mit Klassik-Hits

Überzeugten mit Werken von Beethoven bis Brahms: Die Musiker der Jungen Philharmonie Nordhessen gastierten am Freitag in der Wolfhager Kulturhalle. Fotos:  Löschner

Wolfhagen. Stimmungsvoll in blaues Licht getaucht gab die Junge Philharmonie Nordhessen am vergangenen Freitag zum Abschluss der aktuellen Probensaison das erste von drei Konzerten.

Zwar waren viele Plätze in der Wolfhager Kulturhalle leer geblieben, wer gekommen war bekam dafür einen eindrucksvollen Einblick in die Arbeit, die an den Musikschulen Wolfhager Land, Kassel und Schwalm-Eder geleistet wird.

Schülerinnen und Schüler dieser drei Schulen bilden das Orchester, unterstützt werden sie von ihren Musiklehrern, dem Dirigenten Xin Tan, Kapellmeister am Kasseler Staatstheater, und regionalen Sponsoren.

Auf dem Programm standen ausschließlich Hits der klassischen Musik, die beim Publikum selten ihre Wirkung verfehlen und bei einem jungen Orchester zum Repertoireaufbau beitragen. Mit der Fledermaus-Ouvertüre von Johann Strauss zeigten die jungen Musiker bereits wie viel sie im dritten Jahr ihrer Zusammenarbeit mit der Entwicklung von Klang und Zusammenspiel erreicht haben. Gerade in den Walzerpassagen überzeugten Xin Tan und die jungen Nordhessen mit vollem warmem Streicherklang und der perfekten rhythmischen Einstellung.

Entwicklungspotenzial hat natürlich wie jedes Schülerorchester auch die junge Philharmonie Nordhessen. Smetanas Moldau mag für den Zuhörer gefällig daherkommen - anspruchsvolle solistisch exponierte Passagen wie etwa der Anfang oder die Intonation klanglich sensibler Phrasen machen es einem jungen Ensemble jedoch nicht leicht, die musikalische Entwicklung über die verschiedenen Abschnitte hinweg zu gestalten. Ihre klangliche Stärke spielten die Musiker dann bei Brahms Ungarischem Tanz Nr. 5 nochmals voll aus, bevor mit Beethovens letztem Klavierkonzert das große Werk des Abends folgte.

Mit der Pianistin Sara Derman übernahm eine gebürtige Kasselerin und ehemalige Kasseler Klavierschülerin und Studentin den Solopart. Erfreulich geradlinig und zielstrebig gestaltete sie die Eröffnungskadenz, Xin Tan traf mit dem Einsatz des Allegros das passende forsche Tempo. Diesen gelungenen Einstieg in den Satz führten Solistin, Dirigent und Orchester mit nahtlosen Übergängen zwischen den Klavier- und Orchesterparts fort und ließen auch im Adagio mit lyrisch ausgestalteten Passagen aufhorchen.

Im dritten Satz wieder das klanglich und besonders in den Trillerpassagen technisch zupackende Spiel Dermans und ein präzise agierendes Orchester. Langer Applaus für Pianistin, Dirigenten und Musiker nach diesem starken Auftritt und zwei Zugaben für die Zuhörer.

Von Markus Löschner

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.