Anschlag auf Pferde: Unbekannte gaben falsches Futter und zerstörten Zaun

Bitte nicht füttern: Darum bittet ein Schild am Gatter zum Paddock der Pferde. Unbekannte taten das trotzdem. Die Pferde hätten deshalb ersticken können. Fotos: Chantal Müller

Ehlen. Als Katharina Engelmeyers Handy klingelt, ist es 5.30 Uhr und noch dunkel. Eine Spaziergängerin hat eines ihrer Pferde gefunden - freilaufend.

Als sie zum Stall fährt, um das Shetlandpony ihrer Freundin Claudia Rippert wieder einzufangen, wird klar: Nicht nur der Zaun der Koppel ist zerstört. Unbekannte haben den Pferden nicht eingeweichtes Futter gegeben, an dem die Tiere nach wenigen Stunden hätten ersticken können.

Sicherer Stall

„Wir haben einen Offenstall, aus dem die Tiere nicht ausbrechen können“, sagt Engelmeyer. Als sie das eingefangene Pony in der Dunkelheit wieder zum Paddock brachte und den aufgebrochenen Bauwagen sah, sei ihr klar gewesen, dass ein Fremder bei den Tieren gewesen sein muss, sagt Engelmeyer.

Gefährliches Futter

Wieder gesund: Trotz Anzeichen von Koliken haben die Pferde die Nacht unbeschadet überstanden.

Auf diesen Schock folgte direkt der nächste: Im Paddock habe ein großer Eimer voll mit Zuckerrübenschnitzel gestanden, die nicht eingeweicht waren. „Rübenschnitzel müssen eingeweicht werden, damit das Futter im Bauch der Pferde nicht quellen kann. Die haben einen ganzen Sack einfach so in den Futtertrog gegeben.“ Zudem habe die Pferdebesitzerin Leckerlis in dem Futter gefunden.

Weil sie nicht wusste, welches Tier wie viel gefressen hatte, habe Engelmeyer den Tierarzt gerufen. Der habe die Pferde mit Medikamenten versorgt, um deren Magen zu entkrampfen. „Sie hatten schon Anzeichen von Koliken“, erzählt sie. Für die Pferde von Katharina Engelmeyer und Claudia Rippert ist die Nacht gut ausgegangen. Die Tiere sind wieder gesund, auch wenn sie einige Tage lang noch schreckhaft gewesen seien, erzählt Rippert.

Nahe der Bundesstraße

Die Tiere hätten zwar ersticken können, hätte die Spaziergängerin das Pony nicht bemerkt. Viel beängstigender finden die Frauen aber die Vorstellung, dass die Pferde zur angrenzenden Bundesstraße hätten laufen können. Die sei nur etwa 200 Meter von der Koppel entfernt: „Das wirklich Schlimme ist, dass Menschen hätten zu Schaden kommen können“, sagt Rippert.

Wildkamera schützt nun

Die Frauen wollen nichts unversucht lassen, um die zu finden, die ihre Tiere freigelassen haben. „Das soll nicht wieder passieren“, sagt Engelmeyer. Anzeige bei der Polizei haben sie erstattet. Die will nun ermitteln. Das bestätigt Polizeisprecher Volker Tschepe. „Das ist ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.“ Am Stall werde jetzt eine funkbetriebene Wildkamera installiert. Die soll helfen, Unbekannte von den Tieren fernzuhalten. 

• Für sachdienliche Hinweise haben die Besitzer 1000 Euro Belohnung ausgesetzt. Hinweise an die Polizei Wolfhagen, Tel. 0 56 92/98 290.

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