„Hochpeinlich“: Sicherheitsdienst trennte sich von Mitarbeiter

Wachmann in Flüchtlingsheim klickte bei Nazi-Seiten "Gefällt mir"

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Inzwischen voll bis auf den letzten Platz: Derzeit sind rund 800 Flüchtlinge in der Pommernanlage in Wolfhagen untergebracht. Unser Foto entstand im September 2015.

Kreis Kassel/Wolfhagen. Ein Wachdienst-Angestellter mit offenbar rechtsextremen Tendenzen hat an der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Wolfhagen (Pommernanlage) Wache geschoben.

Wie lange, ist nicht bekannt. Es muss sich aber um mehrere Tage gehandelt haben. In der Pommernanlage sind aktuell rund 800 Flüchtlinge untergebracht.

Nach Angaben des Landkreises Kassel ist der Mitarbeiter inzwischen von dem privaten Sicherheitsdienst entlassen worden. Für die Leitung der Sicherheitsfirma sei der Fall „hochpeinlich“ gewesen, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn.

Der junge Mann hatte im sozialen Netzwerk Facebook mehrfach Seiten mit rechtsextremen Inhalten „geliked“. Mit einem „Like“ (aus dem Englischen von „to like“ für „gefallen“) bringen Nutzer sozialer Netzwerke zum Ausdruck, dass ihnen etwas gefällt oder dies unterstützen. Einen entsprechenden Hinweis hatte der Landkreis aus anonymer Quelle erhalten.

Der Wachdienst aus dem Raum Waldeck-Frankenberg hatte den Mann erst kürzlich eingestellt. Im Zuge der Bewerbung habe es keine Auffälligkeiten gegeben, sagt Kühlborn. Generell überprüfe die Firma potenzielle Mitarbeiter vor deren Einstellung auf ihre Rechtschaffenheit und Gesinnung hin.

Seit über fünf Jahren arbeitet der Landkreis Kassel mit dem Sicherheitsunternehmen erfolgreich zusammmen, sagt Kühlborn. Mitarbeiter der Firma seien unter anderem für die Bewachung der Herwig-Blankertz-Schule in Wolfhagen abgestellt worden, nachdem im Frühjahr 2013 ein Schüler von einer schulfremden Person brutal zusammengeschlagen worden war. „Der Wachdienst hat stets gute Arbeit gemacht“, sagt Kühlborn.

Als die Sicherheitsfirma dann später vom Landkreis auch damit beauftragt wurde, die Pommernanlage zu sichern, seien Neueinstellungen notwendig geworden. „Für solch eine Arbeit braucht man integre Leute, die Flüchtlingen auch als Ansprechpartner dienen“, sagt Kühlborn. „Da können wir solche Gesinnungen nicht gebrauchen.“

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