Wählerbeeinflussung: Karahan weist Vorwürfe zurück

Wehrt sich: Niyazi Karahan.

Wolfhagen. Niyazi Karahan, Vorsitzender der AGW, weist die Vorwürfe, er habe während der Kommunalwahl in der Stadthalle Wähler zugunsten seiner Partei beeinflusst, zurück.

Wie berichtet, hatte Bürgermeister Reinhard Schaake (parteilos), der als Wolfhager Wahlleiter fungierte, am Sonntagnachmittag gegen Karahan ein Hausverbot für die Stadthalle bis zum Schließen der Wahllokale verhängt, nachdem es mehrfach Beschwerden wegen Karahans Aktivitäten gegeben hatte. Schaake selbst hatte erklärt, Karahan am Morgen dabei beobachtet zu haben, wie dieser an einer Wahlkabine stehend einer Person in der Kabine etwas mitgeteilt habe.

Dazu erklärte Karahan, dass er sich mit weiteren Mitgliedern der Aktiven Gemeinschaft Wolfhagen (AGW) am Morgen in der Stadthalle getroffen habe, „um gemeinsam wählen zu gehen“. Ein Mitglied sei später gekommen. Der Mann sei zum ersten Mal bei einer Wahl gewesen und sei in die Kabine gegangen. Karahan: „Er hat mich gefragt, ob er den großen rosa Wahlzettel auch ausfüllen muss. Ich habe ihm darauf geantwortet, wofür dieser Wahlzettel ist.“ Danach sei er von Wahlleiter Schaake darauf hingewiesen worden, dass ein solches Verhalten nicht zulässig sei. „Dies habe ich auch eingesehen und es auch sofort unterlassen.“

Er habe sich dann mit weiteren Mitgliedern ins Wahlcafé gesetzt, so Karahan weiter. Es seien dann immer wieder Bekannte hereingekommen, mit denen man sich auch unterhalten habe. Darunter seien auch weitere Erstwähler gewesen. Ein ihm bekanntes Ehepaar sei auf ihn zugekommen. „Sie haben mich gefragt, wie die Wahl abläuft.“ Er sei mit der Frau zu den Musterlisten im Café gegangen und habe „ihr gezeigt, welche Möglichkeiten sie hat“.

Karahan weiter: „Ich habe nur erläutert, wie die Wahl hier funktioniert.“ Von Wahlbeeinflussung könne absolut nicht die Rede sein. „Da standen permanent Menschen, die anderen die Listen erläutert haben. Das war alles normal, nur wenn ich es erläutere, gilt es als Manipulation?“

Aus Sicht der Stadt, die sich auch auf eindeutige Aussagen weiterer Zeugen beruft, soll Karahan aber tatsächlich versucht haben, Wähler zum Vorteil seiner AGW zu beeinflussen. Deshalb werde man auch mit Unterstützung durch den Hessischen Städte- und Gemeindebund den Fall rechtlich prüfen lassen, hatte Bürgermeister Schaake angekündigt.

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