Oberlistingerin spielt seit 13 Jahren verschiedene Rollen auf der Bühne

Amateurtheater: Kirsten Schröder spielt bei den ListDingern

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Kirsten Schröder als überkandidelte, arrogante Lady im Stück „Die Kreuzfahrt“ (2016)

Oberlistingen. Im Wolfhager Land gibt es eine Handvoll Amateurtheater. In einer kleinen Serie wollen wir Menschen vorstellen, die sich im besonderen Maße für ihr Theater engagieren. Heute: Kirsten Schröder von der Theatergruppe „Die ListDinger“.

„Beim Theaterspielen kann ich für drei Stunden in eine andere Welt eintauchen und eine andere Person darstellen“, erklärt Kirsten Schröder (46) den Reiz des Theaterspielens. Sie muss es wissen, denn bei der Amateurtheatergruppe „Die ListDinger“ aus Ober- und Niederlistingen hat sie schon viele Rollen gespielt, unter anderem eine Kneipenwirtin, eine Öko-Bäuerin, eine Ladenbesitzerin und eine überkandidelte Lady. In der Märchenrevue „Best of Grimms“ spielte sie eine Prinzessin. Für viele junge Frauen eine Traumrolle. Für Kirsten Schröder eher eine Albtraumrolle, da sie im Stück einen Mitspieler küssen musste, während ihr Ehemann unter im Zuschauerraum saß.

Als ihr Sohn Aaron geboren wurde, musste die Oberlistingerin für eine Saison aussetzen. Danach nahm sie das Baby einfach zu den Theaterproben mit. Vielleicht lag es an der vielen Theaterluft schon in jungen Jahren, die Aaron später ebenfalls zum Schauspielern brachte. Im letzten Stück „Die Kreuzfahrt“ (2016) war der Elfjährige als Wasserkobold Mock der heimliche Star der Aufführung.

Angefangen hatte alles im Jahre 2003 mit einem Aufruf von Doro Fellinger, der Regisseurin der Theatergruppe. Sie suchte interessierte Dorfbewohner für vier historische Theaterstücke, die bei der 1150 Jahrfeier der beiden Listingen in 2006 aufgeführt werden sollten. Damit das reibungslos klappte, wollte man sozusagen als Übung schon vorher mal Theater spielen. Als daraufhin die Spielegemeinschaft „Die ListDinger“ 2003 gegründet wurde, war auch Kirsten Schröder dabei. Schon ein Jahr später ging die Premiere von “Onkel Theo kommt“ im DGH in Oberlistingen erfolgreich über die Bühne und im Jahre 2006 ebenso das Dorfjubiläum mit den historischen Stücken.

Danach hatten alle Beteiligten so viel Theaterblut geleckt, dass man beschloss, weiter zu machen und alle zwei Jahre Theaterstücke, vorwiegend Boulevard- und Krimikomödien, zu spielen, und zwar mit großem Erfolg, wie sich bald herausstellte.

Mindestens genauso wichtig wie die Schauspieler sind die vielen Helfer vor und hinter der Bühne. Auch Familie Schröder ist voll in der Theatergruppe eingespannt. Papa hilft hinter der Bühne und der Sohn und die Mama spielen auf der Bühne. Zusätzlich ist Kirsten auch für die Pressearbeit und die Werbung zuständig. Außerdem arbeitet sie hauptberuflich beim Landeswohlfahrtsverband Hessen als Diplom–Verwaltungswirtin.

„Das Theaterspielen hat vor allem die Gemeinschaft zwischen Ober- und Niederlistingen gefestigt und Menschen zusammengeführt, die sich sonst nie so kennengelernt hätten“, ist Kirsten Schröder überzeugt. 

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