Sie schrieb das Buch mit HNA-Mitarbeiter Sascha Hoffmann

„Fuck Cancer“: Krebsaktivistin Myriam von M. schont ihre Leser nicht

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Schrieben gemeinsam das Buch „Fuck Cancer“: Myriam von M. und Sascha Hoffmann, freier Mitarbeiter der HNA aus Zierenberg, bei der Buchpremiere in Berlin. 

„Fuck Cancer“ heißt das Buch, das das Alternativmodel Myriam von M. und Sascha Hoffmann, langjähriger Mitarbeiter der HNA, geschrieben haben und das es ab sofort zu kaufen gibt.

So deutlich der Buchtitel ist, so deutlich ist auch der Inhalt: Die beiden Autoren schonen ihre Leser nicht.

Der Inhalt

Als Frühchen kam Myriam von M. in Kalifornien (USA) zur Welt und ist dort aufgewachsen. Ihr Vater nahm sich das Leben, als sie noch ein Mädchen war, der Stiefvater missbrauchte sie später. Schon als Teenagerin litt sie an Depressionen, Panikattacken, Zwangsstörungen. Mit ihrer Mutter und ihrem Bruder kam sie nach Deutschland.

Als 25-Jährige erkrankte sie an Vulva-Krebs. Für Myriam von M. ein Schock, sie erlitt einen Zusammenbruch. Eindringlich beschreibt sie im Buch, wie sie weitere Untersuchungen aus Angst vor sich her schob, wie gelähmt sie sich im Wartezimmer der Klinik fühlt – und wie ihre „Mumu im Blitzlichtgewitter“ steht, weil sie als besonderer Fall gilt. Unter anderem wird ihr ein Teil der Schamlippen entfernt und später in einer Wiederherstellungs-OP wieder aufgebaut. Der Krebs kehrt noch zwei Mal zurück.

Diese Erkrankungen sind nicht die einzigen, die das Leben der heute 39-Jährigen, die bei Frankfurt lebt, belasten. Leber- und Lungenentzündungen, depressive Phasen, Lupus und eine Nierenkolik zehren an ihr. Trotzdem hat sie zwei gesunde Jungs zur Welt gebracht. Immer wieder wechselt sie ihre Lebenspartner. Meist, so schreiben die Autoren, suchen die Männer das Weite, sobald sie von ihrer Krankheit berichtet oder diese den Alltag einschränkt.

Auch beruflich geht es für Myriam von M. auf und ab. Mit einem mobilen Frisörsalon geht sie pleite, sie macht eine Ausbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie und eröffnet eine eigene Praxis. Schließlich findet sie ihre Lebensaufgabe: Mit der Kampagne „Fuck Cancer“ will sie über Krebs aufklären und Kranke unterstützen. Fernsehsender beginnen, ihre Arbeit zu begleiten und machen sie so bekannt.

Die Kritik

Die Sprache, für die sich Myriam von M. und Sascha Hoffmann entschieden haben, ist völlig unverblümt, alles wird gnadenlos benannt: ob die Untersuchungen an Myriam von M.s Vagina, der Sex im Anschluss an die Operationen oder depressive Phasen, in denen sie sich ritzt.

Die extreme Offenheit und Härte sind für den Leser nicht immer leicht zu ertragen, doch das Vorgehen ist richtig. Denn so wird das Buch aufrütteln und die Krankheit noch stärker in den Fokus rücken – gerade auch bei der jüngeren Generation.

Das Buch „Fuck Cancer – Denn meine Wut macht mich stark gegen den Krebs“ ist im Verlag Eden Books erschienen. Es ist für 14,95 Euro erhältlich.

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