Jugendfeuerwehr Burghasungen: Die Mädchen sind in der Überzahl

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Zusammen ein starkes Team: Jungen und Mädchen haben in Burghasungen gemeinsam viel Spaß. Fotos:  Brück

Burghasungen. Die Feuerwehr ist längst keine männliche Domäne mehr. Deutlich wird das besonders in den Jugendwehren. In Burghasungen sind die Jungs sogar deutlich in der Unterzahl.

Flink fliegen die Finger von Anastasia Dziubinsk die Leinen entlang. Mit geübtem Blick prüft sie den Knoten und eilt dann weiter. Bei den Knotenwettkämpfen der Jugendfeuerwehren geht es um jede Sekunde - eine gute Möglichkeit für die Mitglider der Jugendfeuerwehr Burghasungen, ihr Können zu beweisen.

Das Besondere dabei: Die angehenden Brandbekämpfer sind mehrheitlich weiblich. 13 Mädchen und 5 Jungen üben einmal pro Woche im Gerätehaus Knoten und andere Fähigkeiten.

Die Feuerwehr ist schon lange keine reine Männerdomäne mehr. In der ganzen Region steigt die Zahl der weiblichen Mitglieder. „Dass wir so viele Mädchen haben, ist aber schon ungewöhnlich“, sagt Jugendwart Frank Höpfl. In Burghasungen habe das schon Tradition. Schon unter seinem Vorgänger seien die Mädchen in der Überzahl gewesen.

Übung für den Knotenwettkampf: Für Sarah (links) und Anastasia Dziubinsk ist es normal, dass sie zusammen mit elf anderen Mädchen gegenüber den Jungs in der Überzahl sind.

Höpfls Stellvertreterin, Franziska Schäfer ist eine davon. Über eine Freundin kam sie in die Jugendfeuerwehr. Vor sieben Jahren ging die 25-Jährige dann auch in die Einsatzabteilung. Hier sehen die Zahlen wieder anders aus: Fünf Frauen fahren zusammen mit 19 Männern in den Einsatz. „Man wird hier genauso geschätzt, wie die männlichen Kameraden“, sagt Schäfer.

Ein Prinzip, dass auch auf die Jugendfeuerwehr übertragen wird. „Wir machen ganz normale Jugendfeuerwehrarbeit, zwischen Mädchen und Jungen gibt es keinen Unterschied“, sagt Höpfl. Dass trotzdem nur wenige Mädchen später in die Einsatzabteilung gehen, erklärt er mit veränderten Interessen. „Wenn dann der erste Freund kommt, ist es vielleicht uncool in der Feuerwehr zu sein.“

Wer den Schritt in den aktiven Dienst mache, sei aber aus voller Überzeugung dabei. „Ich hatte zwar auch mal ein Jahr Pause, bin dann aber dabei geblieben. Auch weil hier alle so gut zusammen halten“, sagt Franziska Schäfer.

Auch für die Jungen in der Jugendfeuerwehr sei es völlig normal, dass die Mädchen dabei sind. „Es gab bisher auch noch nie dumme Sprüche, auch nicht von anderen Jugendfeuerwehren“, sagt Höpfl. Im Vordergrund stehe bei allen, dass die gemeinsame Zeit einfach viel Spaß mache, egal ob bei Übungen, im Zeltlager oder bei den Wettkämpfen.

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