Nach Lkw-Unfall: Leitplanken auf der A44 werden nicht verstärkt

Zierenberg. Die Leitplanken auf der A44 in Richtung Kassel werden nicht durch stärkere Modelle ersetzt.

In der vergangenen Woche hatte kurz hinter der Auffahrt Zierenberg ein Lkw die Fahrbahnbegrenzung auf einer Länge von 50 Metern plattgedrückt und war im Straßengraben gelandet. „Die maßgebliche Richtlinie regelt, dass nach Unfällen nicht automatisch andere Schutzeinrichtungen aufgebaut werden“, sagt Horst Sinemus, Sprecher von Hessen-Mobil. Stelle sich ein Streckenbereich als besonders unfallträchtig heraus, treffe man zuerst Maßnahmen, um das Unfallpotenzial zu minimieren. Die Richtlinie gebe zudem genau vor, welche Art von Schutzeinrichtungen unter welchen Bedingungen aufgestellt werden müssten.

Volker Goergen von der Gütegemeinschaft Stahlschutzplanken fordert, diese Vorgaben zu ändern. „Wir setzen uns dafür ein, die Richtlinien generell um mindestens eine Schutzstufe zu erhöhen.“ Laut dem Industrieverband sind stärkere Systeme nicht wesentlich teurer und sollten flächendeckend zum Einsatz kommen.

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Dabei sei besonders wichtig, statt Begrenzungen aus Beton Stahl zu verwenden.„Das Metall verformt sich beim Aufprall und bremst das Fahrzeug langsam ab. Von Beton hingegen prallen Fahrzeuge ab“, sagt Goergen. Der Ingenieur hält Begrenzungen aber nur an Stellen für sinnvoll, an denen diese vor steilen Abhängen oder Objekten schützen. „Eine Schutzeinrichtung ist ein gefährliches Hindernis und sollte nur da aufgestellt werden, wo sie vor noch gefährlicheren Hindernissen schützt“, sagt Goergen.

Für die Insassen sei es sicherer, in ein offenes Feld oder eine speziell angelegte Kiesgrube zu fahren. An vielen Stellen, wie an der A44, sei dies aber aufgrund von Bäumen am Rand der Autobahn nicht möglich.

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