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Handwerksbetriebe bereiten sich auf ihre älter werdende Kundschaft vor

Senioren werden wichtiger

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Menschen über 50 sind von der Werbung früher wenig beachtet worden. Die „werberelevante Zielgruppe“ reicht von 14 bis 49 Jahren. Das ändert sich. Insbesondere für Handwerker sind ältere Menschen eine immer wichtigere Kundschaft, die besondere Bedürfnisse hat.

Beleuchtung

© Fischer

Die Beleuchtung gehört dazu: Damit Stufen für Senioren nicht zu Stolperfallen werden, müssen Treppenhäuser und Hauseingänge gut beleuchtet sein. Elektroinstallateur Jens Schlotterbeck von der Firma Elektro Brückmann installiert an einem Haus an der Böttnerstraße in Kassel eine neue Lampe. Die Bewohner Helga Dölle und Wolfgang Müller schauen zu.

Darauf bereiten sich die nordhessischen Handwerker vor.

„Schon wenn sie in Rente gehen, wollen viele Leute noch einmal umbauen“, sagt Uwe Loth, Obermeister der Kasseler Innung für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Das Ziel: Die Wohnung soll vorbereitet sein, wenn später körperliche Probleme dafür sorgen, dass man nicht mehr in die Badewanne steigen kann oder ein Rollstuhl durch die Tür passen muss.

Die Gruppe der älteren Kunden wächst durch die demografische Entwicklung. Laut der Handwerkskammer Kassel (HWK) haben sich viele Betriebe bereits darauf eingestellt. „Wir werben dafür, sich zu qualifizieren und zu zertifizieren und sich diese Märkte zu erschließen“, erklärt Barbara Scholz, Pressesprecherin der Handwerkskammer in Kassel.

Spezielle Bedürfnisse

Die Bedürfnisse dieser Zielgruppe sind laut Dr. Matthias Joseph von der HWK sehr speziell: Wohnungen müssen problemlos mit Rollstühlen und Rollatoren nutzbar sein, Lichtschalter niedriger angebracht werden. Bei Menschen mit Sehschwächen könnte der richtige Wandanstrich Orientierungshilfe bieten.

Auch Uwe Loth kennt die besonderen Ansprüche, die seine älteren Kunden an einen Umbau haben. Die Badewanne müsse heute bei jedem zweiten Badumbau einer geräumigen und vor allem ebenerdigen Dusche weichen. „Das Argument des gelegentlichen Erkältungsbads führen die Kunden heute kaum noch an“, sagt der Handwerker aus Vellmar. Stattdessen legten sie Wert darauf, dass ein Hocker in die Dusche passt.

Doch der seniorengerechte Umbau einer Wohnung beschränkt sich längst nicht aufs Bad. „Es gibt viele Möglichkeiten, den Alltag altersgerecht zu gestalten“, sagt Willi Minich, Obermeister der Elektroinnung Kassel. Dazu gehörten auch Gestelle, damit die Waschmaschine im Stehen beladen werden kann. Aber vor allem komme es auf die Sicherheit an, sagt der Elektriker aus Niestetal: „Das ist ganz wichtig, um einer Unfallgefahr vorzubeugen.“

Deshalb müsse auch das Treppenhaus einbezogen werden, sodass auch der Vermieter Verantwortung trage: Schlecht beleuchtete Stufen könnten schnell zur Stolperfalle werden – mit schlimmen Folgen bei einem Sturz. Ist ein Bewegungsmelder installiert, muss nicht einmal nach dem Schalter getastet werden.

Das Angebot wachse ständig, sagen Minich und Loth. Entsprechend gut informiert müssten die Handwerker sein, um ihre Kunden gut beraten zu können. Die Seminare der Handwerkskammer, aber auch Angebote der Industrie würden helfen, den Überblick zu bewahren. (ank/ewa/mcj)

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