Der wohl berühmteste Koch Frankreichs, ein Gott am Herd, soll sein Buch mit Rezepten vollgepackt haben, die du und ich leicht nachkochen können? Das fragte sich voller Skepsis die Jury, die für das Institut für Koch- und Lebenskunst allmonatlich neu erschienene Kochbücher bewertet.
Und sie befand, dass die besagte Nachkochbarkeit selbst schwerer Rezepte vom Kochgott Joël Robuchon durch einen einfachen Trick hergestellt wird. Ausnahmslos alle Arbeitsgänge hat der Meister step by step bebildert, pro Rezept oft über zwei, drei Seiten hinweg. Welche Verneigung vor dem Gast und der Konkurrenz!
Der Meister, scheint es, führt uns selbst die Hand, wenn wir den Lammbraten mit Kräutern in einer Salzkruste garen, Kartoffelsalat mit Trüffeln (man gönnt sich ja sonst nichts) zubereiten oder die knusprige Tomatentarte, das schöne Rotbarbenfilet bohémienne.
Selbst der Speck im Schmortopf mit Gemüse ist Robuchon 12 Bilder wert. Hobbyköchen bleibt die Illusion, Klassiker der Haut Cuisine am heimischen Herd in den Griff zu bekommen. Manch einer ist da schon an den knusprigen Kohlblättern gescheitert. Dennoch: Die Kostbarkeit von Inhalt und Preis (!) wurde zu Recht zum Kochbuch des Monats Januar gekürt. Allein das Glossar der Produkte ist Gold wert. Ob Apfel, Auster, Erdbeere, Seeigel, Kartoffel oder Kirsche, Languste, Walnuss oder Zucker - Robuchon gibt Tipps und Wissen aus einem halben Jahrhundert Kochleben preis. (thr)



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