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Paderborn-Chef Elmar Kleinert: „Wind bläst Flughäfen ins Gesicht“

Paderborn-Chef Kleinert: „Wind bläst Flughäfen ins Gesicht“

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Kassel / Paderborn. Caldens Flughafen-Chef Jörg Ries wird einige Wochen nach Eröffnung des neuen Airports im Frühjahr 2013 in den Ruhestand gehen. Seine Nachfolge ist noch nicht geklärt.

© Illustration: Flughafen GmbH Kassel

So soll der Airport Kassel-Calden aussehen: Im Terminal (rechts) werden die Passagiere abgefertigt, der Tower (im Hintergrund) überwacht das Geschehen auf dem Flugfeld.

Dass Elmar Kleinert, Flughafen-Geschäftsführer in Paderborn, schon bald auf dem Chefsessel in Calden Platz nehmen könnte, davon habe er noch nichts gehört, sagt Ries.

Auch der 50-jährige Kleinert selbst wiegelt ab: „Schwachsinn“ – so kommentiert er das Gerücht. Zwar hat Kleinert am Goethegymnasium Abitur gemacht und ist Nordhessen noch immer verbunden, aber Kassel-Calden sieht er als Konkurrenz – und so soll es vorerst auch bleiben.

Paderborn in der Zange

© Foto:  privat/nhElmar Kleinert

Für Kleinert gibt es in Paderborn wahrlich genug zu tun. Dortmund als Konkurrent im Westen, künftig Kassel-Calden im Osten – Paderborn könnte so in eine schmerzhafte Zange genommen werden. „Den Regionalflughäfen bläst der Wind kräftig ins Gesicht“, sagt Kleinert. In letzter Minute haben sich vor Kurzem die Anteilseigner des Flughafens Paderborn auf einen Kompromiss geeinigt, wie man Verluste ausgleicht und dennoch investieren kann – vor allem die Startbahn muss saniert werden. 2009 machte Paderborn 1,5 Millionen Euro Verlust, danach ging es langsam aufwärts. Für 2011 hofft man auf ein ausgeglichenes Ergebnis.

Dortmund mit Verlusten

Deutliche Verluste schreibt auch Dortmund: 2010 waren es 20 Millionen Euro. Doch die werden vom Eigner, den Dortmunder Stadtwerken, aufgefangen – was die Paderborner erzürnt: „Die erhöhen in Dortmund die Wasserpreise, um damit den Flugverkehr zu subventionieren.“ Die Folge: Dortmund gilt als Hochburg der Billigflieger, die so gut wie nichts für Starts und Landungen bezahlen.

Dagegen wehrt sich der Kreis Paderborn. Er wurde wegen der Subventionen aus öffentlicher Hand für die Billigflieger bei der EU vorstellig. Nun hofft man, dass die EU eine Richtlinie erstellt, die derartiges künftig verbietet.

© Foto:  Herzog/nhJörg Ries

Jörg Ries bezeichnet die Paderborner Breitseite als „unmöglich“. Schließlich trügen auch in Paderborn die öffentlichen Anteilseigner die Verluste. Ries verweist auf die Bedarfsprognose für den Flughafen Kassel-Calden: Danach seien Billigflieger und touristische Flüge, wie sie Air Berlin in Paderborn anbietet, gleichermaßen möglich.

Kleinert glaubt das nicht: „Air Berlin und Billigflieger – das geht nicht zusammen.“ So ist man in Paderborn gespannt darauf, in welche Richtung Kassel-Calden steuert. Kleinert: „Entweder begreifen sie die Startbahn als Infrastruktur für die Region oder sie setzen auf subventionierte Billigflieger.“ Diese würden kaum etwas in die Kasse bringen, aber Passagierzahlen produzieren.

Steuergeld für Billigflieger?

Würde etwa Ryanair in Calden starten, könnte das Paderborn etwa 200 000 der rund eine Million Passagiere im Jahr kosten. Er sei gespannt darauf, wie sich Lufthansa und Fraport (Betreiber des Frankfurter Flughafens) als große hessische Steuerzahler positionieren. Die würden, hofft Kleinert, schon darauf achten, dass in Kassel-Calden keine Steuermittel für Billigflieger verschwendet werden.

Von Frank Thonicke

Fotos: So soll der Flughafen Kassel-Calden mal aussehen

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