Kassel. Rund 1100 Ehrenamtliche werden am kommenden Wochenende beim Eon-Mitte Kassel Marathon mithelfen. Einer von ihnen ist Lothar Ziegler von der TG Wehlheiden.

Autofreier Sonntag: Für den Kasseler Marathon werden zahlreiche Straßen gesperrt. So dürfen Autofahrer auch im Vorderen Westen für 22 Stunden in Bereichen der Breitscheidstraße nicht mehr parken. Denn zwischen Katten- und Aschrottstraße verpflegen Lothar Ziegler und seine Helfer von der TG Wehlheiden die Läufer bei Kilometer 32 mit Bananen und Getränken. Foto: Schaffner/bf
Mit etwa 40 Helfern des Kasseler Sportvereins wird der 59-Jährige den Läufern bei Kilometer 32 an der Breitscheidstraße im Vorderen Westen an acht Tischen unter anderem 6000 Getränkebecher und 500 Bananen auf Tabletts anreichen.
„Gerade für die letzten zehn Kilometer sind Bananen wichtig“, sagt Ziegler, der selbst zehn Marathons absolviert hat. Zwischen Kilometer 30 und 35 bekämen viele Läufer einen Tunnelblick, sagt der erfahrene Helfer und rät zuzugreifen. Bananen sind reich an Kohlenhydraten und können vom Körper schnell in Energie umgewandelt werden.
© Foto: Michael Bald/nhFleißig: Rolf Scharfenberg aus Ahnatal hat mit Unterstützung seiner Frau Christa alle 200 Schilder selbst hergestellt. „Wenn es darum geht, beim Marathon zu helfen, ist das bei uns im Verein ein Selbstläufer“, sagt Ziegler. Viele würden sogar von sich aus anfragen. „Wir unterstützen Kassel im sportlichen Bereich gern.“ Um die Sportler zusätzlich zu motivieren, legt ein DJ an der Ecke Kattenstraße rhythmische Partymusik auf. Den Strom für die Anlage stellt eine Anwohnerin zur Verfügung.
Auch Rolf Scharfenberg aus Ahnatal-Weimar setzt sich für einen reibungslosen Ablauf des sportlichen Großereignisses ein. Denn der 73-Jährige stellt seit der Premiere 2007 selbst gebaute Orientierungsschilder für Kilometerzahlen, Wechselzonenanzeigen und Hinweise für Wasser und Elektrolyte auf.
Ein Großteil der Holz- und Pappschilder stamme noch vom ersten Marathon, sagt er. Seitdem die Läufer aber nur noch eine lange Runde statt bisher zwei kurze laufen, habe er zusätzliche Schilder herstellen müssen. „Insgesamt sind’s jetzt 200 Stück“, sagt Scharfenberg.
Er ist nicht nur für die Beschilderung zuständig. An den vergangenen vier Sonntagen ist er zudem mit einem Vermessungsingenieur die Strecke abgefahren. „Wenn am Sonntag ein Weltrekord gelaufen würde, wird nachgemessen, ob die Strecke die erforderlichen 42,195 Kilometer lang ist“, erklärt er. Aufgrund von Bauarbeiten in der Stadt seien alte Bezugspunkte nicht mehr automatisch vorhanden.
Wenn die meisten Marathonläufer am Sonntag noch im Bett liegen, sind Scharfenberg und Ziegler schon unterwegs. Der Schilder-Beauftragte startet mit seinen Helfern um sechs Uhr, wenig später trifft sich auch das Verpflegungsteam von Kilometer 32 am Streckenrand.
Bislang haben sich 1087 ehrenamtliche Helfer angemeldet, sagt Helferkoordinator Wilfried Apel, „wir brauchen aber noch Streckenposten“.
Interessenten können sich unter Tel. 95 38 01 69 oder per E-Mail an info@kassel-marathon.de anmelden.
Von Sebastian Schaffner



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