Wenn das Haus- oder Nutztier krank wird, will der Besitzer so schnell wie möglich helfen. Ihre Fragen zur Tiergesundheit beantwortet Tierärztin Bettina Mangold in unserer Tiersprechstunde.
Die Katze meiner Mutter hat Übergewicht. Sie wird überwiegend mit rohem Hühnchen, Putenfleisch, Fisch und Fertigfutter ernährt, zweimal täglich. Wie sieht die optimale Fütterung aus, wie könnte die Katze abnehmen und darf sie einen Fastentag einlegen? Das wollte eine Leserin aus Homberg wissen.
Die Tierärztin: Die Katze ist ein strikter Fleischfresser, Kohlenhydrate kann sie nicht besonders gut verdauen. Als Faustregel gilt: Wiegt eine weibliche Katze mehr als fünf Kilo und ein Kater mehr als sechs Kilo, ist das Tier in der Regel übergewichtig. Sind Stoffwechselstörungen und andere Erkrankungen sowie Trächtigkeit ausgeschlossen als Ursache für das Übergewicht, sollte die täglich aufgenommene Energiemenge verringert werden.
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Möglich wäre eine Fütterung nur noch einmal am Tag oder mit der Hälfte des Futters zweimal am Tag. Bei Veränderung der Fütterung reagieren viele Katzen empfindlich, daher sollte die Fütterung ähnlich bleiben oder nur langsam umgestellt werden. Hilfreich können auch spezielle Diätfuttermittel sein, die bei gleicher Menge Futter weniger Energie haben. Damit hat die Katze keinen Hunger, nimmt aber ab. Hausgemachtes Futter mit Huhn, Pute und Fisch sollte nicht roh gefüttert werden, da die Katze sich unter anderem mit Salmonellenerregern infizieren könnte, die auch auf den Menschen übertragbar sind. Bei Fütterung mit gekochtem Fleisch benötigt die Katze zusätzlich Ergänzungsfutter mit Taurin, das die Katze im Gegensatz zu Hund und Mensch nicht selbst herstellen kann und das für die Produktion von Gallensäure gebraucht wird.
Die Katze benötigt 25 bis 30 Milligramm Taurin pro Kilo Körpergewicht am Tag. Keinesfalls sollte der Katze überhaupt kein Futter mehr angeboten werden. Eine individuelle Berechnung des täglichen Energiebedarfs richtet sich nach dem Alter, dem Geschlecht, dem Ernährungs- und Gesundheitszustand sowie der Bewegung und kann beim Tierarzt erfragt werden.
Ist die Kastration bei der weiblichen französischen Bulldogge problematischer als bei anderen Rassen? fragte ein Ehepaar aus Helsa.
Die Tierärztin: Französische Bulldoggen haben wie andere Bulldoggen verengte Atemwege, die ihnen keine sportliche Ausdauerleistung ermöglichen. Das Narkoserisiko ist aber nicht anders als bei anderen Hunderassen auch, sofern sie bei der Narkose intubiert werden. Bei der Inhalationsnarkose wird ein passender Schlauch direkt in die Luftröhre geschoben, durch den Sauerstoff und Narkosemittel direkt in die Lunge gelangen. Mit dem Narkosegerät kann der Tierarzt Sauerstoff- und Narkosemittelzufuhr fein regulieren und damit die Narkosetiefe für jedes Tier individuell steuern. Wichtig für die Narkosesicherheit ist der Gesundheitszustand vor der Operation, den der Tierarzt überprüft.
Eine weitere Sorge bei Rassen mit Oberkieferverkürzung ist die verstärkte Atmung, besonders beim Bellen, die den Druck auf eine frische operierte Bauchdecke im Vergleich zu anderen Hunderassen erhöhen könnte. Ein erfahrener Tierarzt wird das berücksichtigen.
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