Kassel. Die Universität Kassel bleibt eine Massen-Uni: Die Leitung der Hochschule rechne in den kommenden Jahren nicht mehr mit einem Schrumpfen des Studentenberges, sagte der am Mittwoch wiedergewählte Universitätspräsident, Prof. Rolf-Dieter Postlep, im HNA-Interview.
Vielmehr müsse man sich dauerhaft auf bis zu 24.000 Studenten einrichten. Derzeit sind 21.500 junge Leute eingeschrieben.
Die bauliche Planung sei aber heute nur auf 17.000 bis 18.000 Studierende ausgerichtet. Dies bedeute, dass auch nach Fertigstellung der jetzt begonnenen Bauten wie dem Hörsaal-Zentrum auf dem Campus weiterer Investitionsbedarf bestehe, sagte Postlep.
Zudem setzt die Universität weiter auf einen Umzug der Naturwissenschaften von Oberzwehren zum zentralen Campus-Gelände am Holländischen Platz. Hierfür würden aktuell die Kosten neu berechnet. Aus Wiesbaden waren zuletzt 450 Millionen Euro genannt worden. Der Bedarf werde anerkannt, sagte Postlep. Er hoffe auf eine Verlagerung der Naturwissenschaften bis zum Jahr 2020.
Eine sichere Grundfinanzierung des Hochschulbetriebs habe in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgenommen, stellte Postlep fest. Stattdessen müssten immer mehr Drittmittel eingeworben werden, was der Uni auch gelungen sei. Im vergangenen Jahr seien es 46 Mio. Euro gewesen, im Jahr 2000 noch 18 Mio. Euro. Ein erheblicher Teil der Aufgaben müsse im harten Wettbewerb frei finanziert werden. Hierauf sei Kassel aber besser als viele andere Unis vorbereitet.
In Nordhessen gebe es ein Defizit an außeruniversitären Forschungseinrichtungen, bedauerte Postlep. Es sei aus heutiger Sicht aber schwer vorhersehbar, was sich hier verändern könne, da diese Einrichtungen sowohl von den Ländern als auch vom Bund finanziert würden.
Von Katja Rudolph und Jan Schlüter



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