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Stiftung Warentest: Sicherheitslücken bei sozialen Online-Netzwerken

Stiftung Warentest: Sicherheitslücken bei sozialen Online-Netzwerken

Datenschutz: Mangelhaft

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30 Millionen Deutsche sind in sozialen Online-Netzwerken registriert - doch laut einer Studie von Stiftung Warentest haben Facebook und Co. erhebliche Mängel beim Datenschutz.

© dpa

Die Stiftung Warentest kritisiert Facebook wegen des laxen Umgangs mit privaten Daten.

So ist es nach Angaben der Tester für Datendiebe leicht, auf persönliche Informationen der Nutzer zuzugreifen. Um zu überprüfen, ob die Daten gegen Angriffe von Außen geschützt sind, wurden die Tester nun selbst zu Hackern und versuchten, mit Erlaubnis der Betreiber in die Computersysteme der Anbieter einzudringen.

Weitere Infos

Hier geht es zum Test der Stiftung Warentest

Allerdings stimmten nur sechs der zehn Netzwerke zu. Facebook, Myspace, LinkedIn und Xing stellten sich quer - die Tester werteten die Portale daher wegen fehlender Transparenz ab. Von den anderen schnitten Jappy, wer-kennt-wen.de und Stayfriends bei der Datensicherheit mit „mangelhaft“ ab, schülerVZ, studiVZ und Lokalisten mit „ausreichend“.

Nach dem Testbericht geht ein besonders hohes Sicherheitsrisiko ein, wer sich von einem mobilen Endgerät einloggt. Alle Netzwerke im Test bieten nur einen ungeschützten Zugang - Login-Name und Passwort werden also unverschlüsselt übermittelt. Geht der Nutzer über einen ungeschützen WLAN-Hotspot ins Netz, könnte jeder diese Informationen mitlesen und sich so mit dem Konto anmelden.

So schützen Sie sich

Nicht alles gehört ins Netz: Halten Sie sich bei der Angabe persönlicher Daten wie Adresse und Telefonnummer zurück. Achten Sie bei der Profileinstellung darauf, wer Bilder und Kontaktdaten sehen darf. Richten Sie sich eine E-Mail-Adresse nur für
Netzwerke und ähnliches ein.

Freunde auswählen: Nehmen Sie nicht jede Kontaktanfrage an. Kriminelle könnten so Ihre persönlichen Angaben ausspionieren.

Sicheres Passwort: Beliebt aber unsicher sind Passwörter wie „123456“ oder der eigene Name. Besser ist eine Kombination aus Buchstaben und Ziffern, mindesten sechs Zeichen lang, so wie 1hb904tm. Nicht das gleiche Passwort für alle Netz-Anwendungen verwenden.

Vertraulich bleiben: Offenbaren Sie keine vertraulichen Details über Ihre Arbeit oder Ihren Arbeitgeber. Wenn Sie mit Ihrem Chef in einem Netzwerk befreundet sind, sollten Sie sich genau überlegen, was Sie über Ihre Freizeit preisgeben.

Kontrolle: Geben Sie bei Google regelmäßig ihren vollständigen Namen in Anführungszeichen ein und kontrollieren, was Sie über sich selbst finden. (hco)

Ganz abgesehen vom Schutz der Privatsphäre wird der Datenklau gefährlich, wenn sich die Diebe damit etwa durch das Stehlen von Identitäten bereichern. Dafür reichen laut Stiftung Warentest Name, Geburtsdatum und Adresse. Kaufen Datendiebe damit im Netz ein, treiben Inkassounternehmen die unbezahlte Rechnung dennoch bei der realen Person ein. „Der Test zeigt auch ein unterschiedliches Verständnis von Datenschutz“, sagt Hubert Primus, Chefredakteur der Zeitschrift Test. Die deutschen Anbieter seien eher dem europäischen Ansatz verpflichtet, dass jeder Nutzer ein Recht an den eigenen Daten hat. Anders sei das bei den amerikanischen Netzwerken. Vor allem die großen US-Portale räumen sich laut den Testern bei der Weitergabe privater Daten an Dritte weitreichende Befugnisse ein. Daten bringen den zumeist kostenlosen Netzwerken Geld, weil sie mithilfe der persönlichen Informationen passgenaue Werbung schalten. Laut Warentest können Nutzer Werbung oft nur durch einen Widerspruch verhindern - oder gar nicht. Insgesamt schnitten StudiVZ und SchülerVZ im Test am besten ab, weil sie dem Nutzer größeren Einfluss auf die Verwendung der Daten einräumen, die Verwertungsrechte bei ihm bleiben, und sie kaum Daten an Dritte weitergeben. Dennoch raten die Prüfer in jedem Fall vorsichtig mit den persönlichen Daten umzugehen.

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Von Hannah Cosse

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