Hessischen Kliniken fehlen knapp 600 Ärzte

Mangel vor allem bei Anästhesisten, Chirurgen und Gynäkologen

Hessischen Kliniken fehlen knapp 600 Ärzte

1422.02.1022.02.10|Hessen|2 Kommentare
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Kassel. Neben wirtschaftlichen Problemen sagt die hessische Krankenhausgesellschaft zunehmenden Ärztemangel voraus. Knapp 600 Ärzte sollen demnach künftig in hessischen Kliniken fehlen.

Laut einer Studie des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) bleiben immer mehr Arztstellen unbesetzt. Derzeit sind es bundesweit etwa 5000. Die Ergebnisse des DKI decken sich mit einer Stichprobenerhebung der hessischen Krankenhausgesellschaft (HKG).

Dieser Umfrage zufolge haben 93 Prozent der an der Erhebung teilnehmenden Krankenhäuser Probleme bei der Besetzung ihrer Arztstellen. In 76 Prozent der Kliniken gibt es unbesetzte Stellen im ärztlichen Dienst. Und die Nichtbesetzungsquote liegt bei 7,5 Prozent. Hochgerechnet entspricht das laut HKG-Sprecher Hans Ditzel einem Ärztemangel an hessischen Krankenhäusern von exakt 580 Stellen.

Mangeldisziplinen seien insbesondere die Anästhesie gefolgt von der Chirurgie, der Gynäkologie, der inneren Medizin sowie der Neurologie und Neurochirurgie. Kurzfristig reagieren die betroffenen Krankenhäuser nach HKG-Angaben darauf mit bezahlter Mehrarbeit und dem Einsatz von Honorarärzten.

Woran der Ärztemangel liegt, will die HKG erst noch exakt analysieren. Außerdem taucht - betrachtet man die Statistik - ein vermeintlicher Widerspruch auf: Die Zahl der Arbeitsverträge im ärztlichen Dienst ist nämlich in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen - von 7267 in 1997 bis auf 9294 in 2008. Dagegen nahm der Anteil des nichtärztlichen Personals an hessischen Kliniken in den vergangenen zehn Jahren rasant ab - nämlich um über 8000. Das nennt die HKG „bedenklich“, zumal in dieser Zahl auch Kürzungen beim Pflegepersonal stecken.

In der Koalition gibt es nun Überlegungen, den Zugang zum Medizinstudium zu erleichtern, um dem Ärztemangel vorzubeugen. Es werde Zeit, dass man offen über den Numerus clausus für das Medizinstudium spreche, sagte die stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Ulrike Flach, Das gültige Auswahlverfahren für das Studium wirke wie eine Barriere bei der Ärzte-Versorgung.

Von Jürgen Umbach

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