308.02.10|HessenFacebook
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Wiesbaden. Sie hatten die Macht schon fast in den Händen, als die Regierungsbildung im letzten Moment scheiterte und der Wähler SPD, Grüne und Linke im Januar 2009 wieder auf die Oppositionsbänke verbannte.

Landtagsplenum: Die Debatten zwischen Regierung und Opposition im hessischen Parlament sind seit jeher scharfzüngig. Auch im vergangenen Jahr gab es leidenschaftliche, mitunter aber auch unsachliche und polemische Beiträge. Foto: dpa
Seitdem sie die Nachwehen überstanden haben, versuchen die drei, sich möglichst eigenständig zu profilieren nach dem Motto „Keine Koalition in der Opposition“.
Dennoch gibt es Übereinstimmungen, etwa in der Schulpolitik, in der sie für ein längeres gemeinsames Lernen streiten oder in der Umweltpolitik: Die Opposition lehnt den schwarz-
Inhaltlich geht es der Opposition ähnlich wie der CDU: Beide sind seit langer Zeit in ihren Rollen, die Themen sind sattsam bekannt. Die Angriffslust wurde zudem von weitgehender Einigkeit beim Konjunkturpaket und der Rettung von Opel gelähmt. Doch die Mehrheit tat das ihre, den Gegnern Steilvorlagen zu liefern mit ihrer Klage gegen das Nachtflugverbot in Frankfurt oder Merkwürdigkeiten in der Finanzverwaltung. Fazit: Nach einem Jahr begegnet man sich auf Augenhöhe. Zum Zurücklehnen gibt es für die Regierung mithin keinen Anlass.
Von Petra Wettlaufer-
Keine Frage, die SPD hatte es am schwersten, wieder Tritt zu fassen nach dem Debakel bei der Landtagswahl. Fraktionschef Thorsten Schäfer-
Die Grünen sehen sich gern als die eigentlichen Oppositionsführer. Dabei müssen sie aufpassen, denn mittlerweile arbeiten sich alle Parteien am Thema erneuerbare Energien ab. Vertreter der Grünen betonen regelmäßig, dass dies schon immer eines ihrer Kernthemen war und bleibt, während die anderen erst spät auf den Zug aufgesprungen sind. Nun müssen sie ihre Vorreiterrolle unter Beweis stellen. Klare Kante zeigen die Grünen in der Verkehrspolitik: Sie lehnen im Gegensatz zu CDU, FDP und SPD den Ausbau der Autobahnen 44 und 49 sowie des Flughafens Calden ab. Als einzige hessische Partei haben die Grünen den gläsernen Abgeordneten verwirklicht. Im Internet sind sämtliche Nebeneinkünfte ihrer Landtagsmitglieder präsent. Die Arbeit der Partei steht und fällt mit ihrem redegewandten Fraktionschef Tarek Al-
Der Weg in die hessische Realität ist für die Linke noch immer dornig. Da gibt es den richtigen Ansatz, weg von Grabenkämpfen hin zu mehr Sacharbeit zu gehen, weg vom Verwalten, hin zum Gestalten. Doch da sind auch Forderungen wie die Verstaatlichung von Großbanken und Energiekonzernen sowie die Überwindung der kapitalistischen Ordnung, die sich in Hessen kaum umsetzen lassen. Wichtig ist der Partei die Bildungslandschaft - mehr Schulen in kleinen Orten, Förderung der Gemeinschaftsschule. Der Linken sind selbst die SPD und die Grünen zu sehr von neoliberalen Ideen durchdrungen. So bleibt der Partei nur die Rolle des Forderns, ohne Verantwortung übernehmen zu müssen. Fraktionschefin Janine Wissler versteht es, mit geschliffenen Landtagsreden die Positionen der Linken zu erläutern, während Willi van Ooyen, Fraktionschef in der Doppelspitze, seinen Weg eher in der außerparlamentarischen Arbeit, etwa in Gewerkschaften, zu sehen scheint. (kle)