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Aus Ökostrom wird Gas

Fraunhofer-Institut Iwes baut Pilotanlage zur Speicherung von Elektrizität

Aus Ökostrom wird Gas

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Bad Hersfeld/Kassel. Die Länder Hessen und Thüringen unterstützen den Bau einer Pilotanlage zur Umwandlung von überschüssigem Ökostrom in Gas in Bad Hersfeld mit je 200 000 Euro.

Dort will das Kasseler Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (Iwes) eine Pilotanlage für eine bisher kaum genutzte Speichertechnologie errichten und steuert ebenfalls 200 000 zu dem Projekt bei. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten Vertreter der beiden Länder und das Iwes am Freitag auf der Wartburg bei Eisenach.

Windstrom verpufft oft

Der kostengünstigen Speicherung von überschüssigem Ökostrom kommt bei der Energiewende eine Schlüsselrolle zu. Denn Solar- oder Windstrom wird häufig produziert, wenn er nicht gebraucht wird. An sonnigen, windreichen Tagen ist oftmals zuviel Strom im Netz, der ungebraucht verpufft. Bereits einen Tag später können die Wetterbedingungen so sein, dass die Erneuerbaren nicht genug Strom liefern und teure Großkraftwerke zugeschaltet werden müssen. Großbatterien sind aber zu teuer.

Abhilfe soll ein elektrochemischer Prozess schaffen, den das Iwes zur großindustriellen Anwendung weiterentwickeln will. Dabei wird mit Hilfe des überschüssigen Stroms Wasser in Wasser- und Sauerstoff aufgespalten. Anschließend wird normalerweise der Atmosphäre CO2 entnommen, das mit dem Wasserstoff zu Methangas reagiert. Das kann nun zwischengespeichert werden und bei Bedarf in Gaskraftwerken zur Stromproduktion eingesetzt werden. Es kann aber auch direkt ins Erdgasnetz gespeist oder als Kraftstoff für Gasautos verwendet werden.

Der nach dem französischen Chemiker Paul Sabatier benannte Prozess ist seit langem bekannt und der Natur abgeschaut. Denn die Fotosynthese, mit der Pflanzen für lange Zeit Energie speichern, funktioniert ganz ähnlich.

Das Iwes geht mit seinem Projekt aber noch einen Schritt weiter. Das CO2 entnehmen die Kasseler Energie-Experten nicht der Atmosphäre, sondern einer eigenen, benachbarten Biogasanlage. Denn die produziert neben Gas aus Pflanzen zuviel Schwefeldioxid, das bislang als Abfallprodukt in die Atmosphäre abgegeben wird. Gleichzeitig entfällt durch die Kombination von Methanisierung und Biogasanlage eine aufwändige Aufbereitung des Biogases zur Einspeisung ins Netz. Bei der Entwicklung dieser Technologie arbeitet das Iwes mit dem Zentrum für Energie- und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg und der SolarFuel GmbH in Stuttgart zusammen.

Audi arbeitet an ähnlichen Speicherkonzepten.

Von José Pinto

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