Wiesbaden. Die hessische Landestierschutzbeauftragte hat ein schärferes Verbot von Sex mit Tieren gefordert. Nötig sei ein strengeres Tierschutzgesetz, sagte Madeleine Martin am Freitag in Wiesbaden.
Bislang seien Tiere nicht ausreichend vor Missbrauch geschützt. „Es steht unter Strafe, Tierpornografie zu verbreiten, aber die Tat selbst nicht.“ Das Tierschutzgesetz könne nicht ausreichend vor Zoophilie - so der Fachausdruck für sexuelle Handlungen von Menschen an Tieren - schützen. Schläge und Tritte bei der Vergewaltigung von Tieren seien im Nachhinein kaum nachweisbar.
„Es gibt mittlerweile Tierbordelle in Deutschland“, sagte Martin. Der Sex mit Tieren werde für bestimmte Menschen immer akzeptierter, es sei sogar schon verharmlosend die Rede von einem „Lifestyle“. „Der Missbrauch scheint rapide zu steigen und das Internet bietet eine zusätzliche Verbreitungsplattform.“ Ein Mann aus Hessen habe beispielsweise über eine Internetseite Bilder und Anleitungen zu Zoophilie angeboten, doch eine Verurteilung sei im Nachhinein sehr schwer gewesen.
1969 sei der Tiermissbrauch mit Einführung des Tierschutzgesetzes aus dem Strafgesetzbuch gestrichen worden. „Zoophilie muss im überarbeiteten Tierschutzgesetz komplett verboten werden“, forderte Martin. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hatte im Dezember angekündigt, dass 2012 eine Neufassung in Kraft treten wird. (dpa)
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