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Wegen Handy-Frequenzen: Bad Hersfelder Festspiele investieren in Mikroport-Anlage

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Bad Hersfeld. Kaum hatten die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses der Stadtverordentenversammlung Bernd Wennemuth (SPD) zu ihrem Vorsitzenden gewählt, da musste das Gremium auch schon von einer beträchtlichen Ausgabe Kenntnis nehmen, die im Haushalt 2011 überhaupt nicht vorgesehen war.

Auf der Stirn von Kristin Hölck (hier in „Carmen – Ein deutsches Musical“) ist das Mikroport zu erkennen. Ein Kabel führt zu einem Sender – meist am Rücken befestigt –, der den Gesang drahtlos zum Mischpult überträgt. Foto: Archiv

155.000 Euro musste die Stadt von jetzt auf gleich in eine neue Mikroport-Anlage für ihre Festspiele investieren, obwohl für diese Anschaffung bis vor kurzem überhaupt kein Anlass bestand – die vorhandenen Mikroports funktionierten einwandfrei.

Mikroports sind drahtlose, am Körper befestigte Mikrofonanlagen, die beispielsweise den Hauptdarstellern der Festspiel-Musicals erlauben, gleichzeitig zu singen und zu tanzen. Gesprochener Text und Gesang werden per Funk an das Mischpult in der Tontechnik übertragen.

Den unvorhergesehenen Neukauf „verdankt“ die Stadt der Bundesregierung. Die hat die bislang genutzten Funkfrequenzen für die drahtlosen Mikroports an vier große Mobilfunkbetreiber vergeben. Diese sollen mit genau diesen Frequenzen das Breitbandnetz für Mobilfunk bundesweit flächendeckend ausbauen.

Das Problem ist, dass die Mobilfunksender die bestehenden Mikrofonanlagen stören können. Zwar sollten den Theatern und anderen Nutzern drahtloser Mikrofone noch einige Jahre die bisherigen Frequenzen zur Verfügung stehen, doch ein störungsfreier Betrieb war nicht gesichert. Schon in diesem Sommer wären Totalausfälle zu befürchten gewesen.

Dieses Risiko wollten die Bad Hersfelder Festspiele nicht eingehen. Bereits im März wurde eine neue 38-Kanal-Mikroportanlage bestellt und mittlerweile auch geliefert.

Nach Angaben von Karl Schmidt, Verwaltungsleiter der Festspiele, ist die neue Tontechnik durch ihre Bandbreite auch dann zukunftssicher, wenn weitere Frequenzen verkauft werden.

Selbstverständlich bemühe sich die Stadt darum, aus Berlin eine Entschädigung zu erhalten, teilte Schmidt den Ausschussmitgliedern mit. Die Chancen schätzt er jedoch als gering ein: Seinen Informationen nach würde nur für Anlagen bezahlt, die jünger als drei Jahre sind – ansonsten gelten sie als abgeschrieben. Die jetzt ausgemusterten Hersfelder Mikroports waren jedoch älter.

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