Bebras Lokschuppen und Drehscheibe abreißen?

Bebras Lokschuppen und Drehscheibe abreißen?

705.08.1105.08.11|Rotenburg/Bebra|25 Kommentare
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Bebra. Den Lokschuppen und die Drehscheibe abreißen oder sanieren und als Museum zur Touristenattraktion machen? Das Thema bewegte am Donnerstag Bebras Kommunalpolitiker und eingefleischte Eisenbahnfans in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses.

© Vöckel

Bahngeschichte von Unkraut umrahmt: Der Lokschuppen und die Drehscheibe könnten, so wünschen es sich Bebras Bahnfans, restauriert und zur Touristenattraktion werden.

Sollen der Bebraer Lokschuppen und die Drehscheibe abgerissen oder für Museumszwecke restauriert werden?

Das Voting ist beendet. Es wurde wie folgt abgestimmt:

(80.3)%Ich bin für die Restaurierung.

(17.0)%Ich bin für den Abriss.

(2.7)%Mir ist es egal.

Eine Abstimmung dazu gab es nicht. Vorsitzender Bernd Holzhauer wollte, dass die Informationen in Ruhe sacken und überdacht werden können, bevor die Kommunalpolitiker entscheiden. Leidenschaftliche Plädoyers für den Erhalt hielten Gerhard und Tobias Mühlbauer namens aller Bebraer Vereine, die sich mit dem Thema Eisenbahn befassen. Dass es ein riesiges Potenzial an Dampflokfans in der ganzen Welt gebe, habe nicht zuletzt das Dampflokfest in Bebra gezeigt, bei dem die ganze Stadt voller Menschen gewesen sei, machten sie deutlich.

Getoppt wurde das Ganze noch von einem temperamentvollen schwäbischen Gast: Jürgen Nicklich vom Verein „Faszination Dampf“ bot nicht nur von seinem Verein restaurierte Dampfloks zur Unterstellung in Bebra an, sondern zeigte mehr als eine Stunde lang gelungene Beispiele restaurierter Lokschuppen und alter Dampfloks.

„Ein Lokschuppen ist Kultur wie eine Kirche oder ein Schloss“, warb er. Anderenorts würden Lokschuppen und Drehscheiben neu aufgebaut, in Bebra gebe es die einmalige Chance, auf historische Substanz zurückgreifen zu können.

Dass dies ein langwieriges Projekt werden würde, räumten Mühlbauers ein. Aber es gehe schließlich darum, ein Stück Bebraer Geschichte zu bewahren. „Was wäre Bebra denn ohne die Bahn?“ Die Bebraer Vereine jedenfalls würden sich mit vollem Einsatz der Restaurierung widmen.

Skepsis bei vielen Kommunalpolitikern: „Die Stadt kann sich finanziell nicht beteiligen“, sagt Bürgermeister Horst Groß und fragte nach einem Finanzierungskonzept seitens der Vereine. Geld haben sie auch nicht, erklärte Mühlbauer.

Geld sollte nach dem Willen anderer Kommunalpolitiker auch nicht das entscheidende Thema sein: Es gehe um Kultur und Geschichte in Bebra, meinte etwa Ernst-Olaf Mende (SPD). Auch Klaus Reifschneider (FWG) sagte, man dürfe sich nicht „skalpellhaft“ von der Vergangenheit trennen. Christina Kindler (SPD), die die „glänzenden Augen der Zuhörer“ gesehen hatte, rief dazu auf, den Weg zur Sanierung zu beschreiten, es zumindest zu versuchen. Karl-Heinz Lückert (CDU) verwies trotzdem darauf, die Finanzen nicht aus dem Blick zu verleiren. Er regte eine Bürgerbefragung zu diesem Thema an.

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