Lispenhausen. Christiane Ringer und Peter Müller erinnern sich noch gut an den 13. Dezember 2002: Damals brachte Wirtschaftsminister Dieter Posch den Bewilligungsbescheid: Lispenhausen war ins Dorferneuerungsprogramm aufgenommen worden. Christiane Ringer wurde wenig später zur Vorsitzenden des Arbeitskreises Dorferneuerung gewählt, Peter Müller arbeitete ebenfalls engagiert in dem Gremium mit.
„Da hatten wir noch große Illusionen“, sagt Ringer. Die kamen nicht von ungefähr. Immer wieder waren die Lispenhäuser in Informationsveranstaltungen aufgefordert worden, großzügig zu denken, ruhig auch mal zu „spinnen“, um Vorschläge zur Strukturverbesserung zu machen.
Doch schnell war man auf dem Boden der Tatsachen: 1,5 Millionen Euro standen für Investitionen im öffentlichen Bereich zu Verfügung. Eine Summe, über die die Lispenhäuser mit Blick zurück froh sind. Inzwischen gibt es viel weniger Geld für die Dorferneuerung.
Schnell kristallisierte sich der alte Dorfkern als Erneuerungsschwerpunkt heraus: Das Dorfgemeinschaftshaus, ein Anbau an die Schule, war in die Jahre gekommen und genügte im Grunde keinerlei Ansprüchen mehr. Das Gebäude wurde saniert, erweitert und umstrukturiert zu einem modernen Bügerzentrum, das inzwischen gern von den Lispenhäusern genutzt wird. Viele freiwillige Helfer leisteten ungezählte Arbeitsstunden am Bau.
Jugendraum, Vereinsraum, Kegelbahn, ein ansprechendes Foyer mit Theke sowie eine komplett ausgestattete Küche mit praktischen Nebenräumen runden das neu gestaltete Bürgerzentrum ab. Was hier so glatt beschrieben wird, war ein langwieriger, oft schmerzhafter Prozess, weil aus Kostengründen immer wieder Kompromisse geschlossen werden, mussten, erinnert sich Peter Müller.
Im Zuge des Um- und Neubaus sanierte der Kreis auch die Schulturnhalle, die nicht nur für Sport, sondern auch für große Veranstaltungen aller Vereine genutzt werden kann. Die direkte Verbindung zum Büz bietet viele Möglichkeiten.
Der monatliche Sonntagskaffee für alle Lispenhäuser, ein regelmäßiger Seniorenkaffee, zu dem engagierte Frauen aus dem Dorf die Torten backen und ein Seniorenkochen gehören zu den Angeboten, die seither, zum Teil mit riesiger Resonanz, angeboten werden. „Für neue Ideen sind wir offen“, sagt Christiane Ringer. Dorferneuerung ende schließlich nie.
Der Dorfmittelpunkt wurde erweitert und verbunden. Vom Büz aus führt nun ein direkter Weg zum Kindergarten und ein weiterer zum Gelände an der Kirche. Man passiert dabei einen neuen Abenteuerspielplatz und einen Kleinkinderspielplatz sowie eine neue Boulebahn. Bei der Gestaltung der Spielplätze waren Eltern natürlich einbezogen.
Neben dem alten Rathaus stand die frühere Dorfschule. Sie wurde abgerissen, ihre Sockelsteine aus Sandeinen lagern auf dem Platz. Diesen zentralen Ort im Dorf wollen die Lispenhäuser gern noch ansprechend gestalten und dazu auch die Sockelsteine wiederverwenden. Geld aus dem Dorferneuerungsprogramm wird es dafür nicht mehr geben. Aber Dorfentwicklung endet bekanntlich nie. Es gibt Pläne, wie es im Dorfkern weitergehen soll. Programm, Zahlen
Von Silke Schäfer-Marg



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