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Heimatgedicht von Hans-Georg Landgrebe in Jahrbuch der Frankfurter Bibliothek

Die fliegenden Worte

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Weißenhasel - Ein kleines Gedicht geht auf große Reise und macht das Dorf Weißenhasel in der weiten Welt bekannt. „O glückliches Haselland“ - so hat Hans-Georg Landgrebe sein Gedicht über das neu gestaltete Dorfgemeinschaftshaus im größten Nentershäuser Ortsteil überschrieben.

Und dieses Gedicht ist bei einem Wettbewerb der renommierten Brentano-Gesellschaft in Frankfurt zur weltweiten Veröffentlichung angenommen worden.

Jetzt steht das kleine Werk der Dichtkunst im Jahrbuch 2010 der Frankfurter Bibliothek des zeitgenössischen Gedichts. Das ist ein Standardwerk neuer Lyrik. „Dieses Jahrbuch wird in den bedeutendsten Biblotheken der Welt zum Lesen und Ausleihen angeboten, zum Beispiel in Wien, Paris oder Washington“, freut sich Autor Landgrebe.

Dem Lehrer beigestanden

Die Veröffentlichung in dem Jahrbuch ist für Landgrebe die erste in einem Buch. Ein paar Kurzgeschichten hat er bereits im Kurier des Tischtennisvereins abgedruckt. Nach dem Tischtennisspielen ist das Schreiben seine zweite große Leidenschaft. Schon bei seiner Einschulung konnte er Lesen und Schreiben. Auch die Zeitung las er damals schon gern. „Am liebsten suchte ich Druckfehler“, erzählt er und lacht. In der dritten und vierten Klasse half er dem Lehrer bei der Korrektur von Klassenarbeiten, wenn der in der Gaststätte am Abend vorher mal einen über den Durst getrunken hatte. Die Gaststätte betrieben seine Eltern.

Die Bibel als Lehrmeister

„Fernseher gab es damals zunächst nur in den Gaststätten“, erinnert sich der heute 55-Jährige. Umso mehr Bücher verschlang der junge Mann in seiner Kindheit. Wenn er Märchenbücher las, vergaß er die Welt um sich herum.

„Mein Lehrmeister für sprachlichen Ausdruck ist die Lutherbibel“, plaudert Landgrebe aus dem Nähkästchen. Die Bibel schlägt er jeden Tag auf. „Viele Redewendungen, die wir heute noch nutzen, kommen aus der Bibel.“ Viel Inspiration erhält er aus den Psalmen oder Sprüchen im Alten Testament. „Das Buch Hiob ist ein bislang unerreichtes Meisterwerk der Literatur“, weiß der 55-Jährige und teilt damit die Meinung vieler Literaturexperten.

Außerdem füllen Werke mit Zitaten, Sprüchen und Weisheiten die Regale in Landgrebes Wohnung. Dazu gehört zum Beispiel „Das große Buch der fliegenden Worte“ aus dem Jahr 1911.

Auch Hans-Georg Landgrebe fliegen die Ideen zu, wenn er unterwegs ist. Zuhause bringt er die Gedanken dann zu Papier - am liebsten handschriftlich. E-Mail oder SMS zum Beispiel sind ihm viel zu blutleer. „Die Handschrift sagt viel mehr über einen Menschen aus.“

Humor statt Kritik

Die zunächst umstrittene Vergrößerung des Dorfgemeinschaftshauses lag ihm und dem von ihm gegründeten Tischtennisverein besonders am Herzen. Das hat Landgrebe zu seinem Gedicht „O glückliches Haselland“ inspiriert. „Ich wollte die öffentliche Meinung für uns gewinnen - nicht mit Kritik, sondern mit Witz und Humor.“

Liegt jetzt eine große Karriere als Dichter vor dem Rechtsanwalt aus Weißenhasel? „Um ein berühmter Dichter zu werden, müsste ich wahrscheinlich täglich einen Liter Wein trinken - wie angeblich Goethe. Aber Wein hat mir noch nie geschmeckt“, sagt der 55-Jährige und schmunzelt.

Wenn ihm aber wieder einmal ein Thema in seiner Heimat auf der Seele brennt, dann wird er wohl erneut zur Feder greifen.

Das Gedicht:

O glückliches Haselland

Schaufeln wechseln flink die Hand,

ein Kran blickt stolz aufs Haselland.

Vor Freude hüpft schon überall,

im Hasel-Treff ein kleiner Ball,

denn dreißig Meter im Quadrat,

genehmigte ihm Vater Staat.

Geht der Bau mal schleppend fort,

ist unser Willi gleich vor Ort.

Es stört ihn nicht, ob einer lacht,

wenn er sich Hände schmutzig macht.

Die Neueröffnung rückt bald näher,

das liegt am längsten Ortsvorsteher.

Mehr Spielraum jetzt im Bürgersaal,

Terrasse lockt beim Sonnenstrahl.

Die Frontpartie modern wie nie,

Verglasung reicht bis unter’s Knie.

Und selbst verlegtes Pflaster,

erspart zuletzt noch Zaster.

Willkommen heißt im Hasel-Treff,

von Jung bis Alt der Bürger-Chef.

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